Mittwoch, 8. Juli 2026

Die Natur hat mich geküsst

Vorab, setz Dich gemütlich hin, gönn Dir ein paar Minuten Ruhe, eine kleine Auszeit und atme mal tief durch. :)

Übrigens, nur am Rande: Ich hatte heute in der Bahn ein kleines Post-it auf dem Tischchen hinterlassen, auf dem stand: „Lächle doch mal wieder, es steht Dir. :)“

Ich hoffe, dass es jemandem eine kleine Freude bereitet hat.

So, aber warum ich um diese Zeit noch schreibe. Es kann einfach nicht bis morgen warten!

Ich bin heute mit der Bahn nach Bergisch Gladbach gefahren, weil dort der einzige Buchladen war, in dem es noch ein älteres Jens-Hübner-Buch gab, das mir fehlte, und ich wollte keine 45 Euro oder mehr bezahlen. Ich glaube, dass es nun keins mehr gibt … Jedenfalls stand dort „Abholung in der Filiale“. Kein Versand oder so. Klar, es gibt auch ein E-Book, aber ich habe alle Bücher von ihm real, also musste das noch her! Direkt bestellt, bezahlt, zurücklegen lassen und dann fuhr ich, wie gesagt, heute nach Bergisch Gladbach dafür.

Ich hatte wenig Zeit, weil ich noch meine geliebte Leseratte treffen wollte, aber ganz ehrlich, es war wirklich schön dort und der Thalia hat eine tolle Auswahl! Gehe ich sicherlich nochmal hin. :)

Dann hatte Leseratte was in Köln zu tun, deshalb wollte ich ihn ja treffen und so unter uns Gebetsschwestern, ich hatte zu dem Zeitpunkt echt keinen Bock mehr! Es war heiß. Ich bin lichtempfindlich und bekomme schnell einen Sonnenbrand. Ich hatte Hunger, deshalb eine Laugenstange gegessen, die unverschämt teuer war und nicht einmal gut schmeckte, und viel getrunken, also auch die Sorge, dass ich auf die Toilette muss und ich war in der Pampa.

Mit einer echt unterirdischen Laune bin ich ausgestiegen. Dort in der Nähe ist ein kleiner See. Ich kannte ihn schon, weil ich im frühen Frühjahr, als es noch kalt und regnerisch war, dort herumgewandert bin. Das war eigentlich damals echt schön! Ich hatte sogar Küken gesehen, die ich vollkommen vergessen hatte, bis ich nun die jungen Gänse sah, die daraus gewachsen sind! Wahnsinn!

Also mit mieser Laune aus dem klimatisierten Auto raus, über die heißen Wege gelatscht und keinen Schatten gehabt, weil Mittagszeit, und dann sehe ich es. Das ganze Wasser, den See!

Ich wuchs am, nein, IM Bodensee auf. Ich lernte im Bodensee schwimmen. Ich verbrachte meine Kindheit und Jugend im See. Ich bin eine geborene Wasserratte! Ich liebe Wasser einfach! Immer werde ich ganz hibbelig, wenn ich zu einem See fahre oder ins Schwimmbad. Als ich klein war, sind wir mal im Winter oder, lass es extrem frühen Frühling gewesen sein, am Bodensee spazieren gewesen und klein Nici wollte unbedingt im See schwimmen. Der hatte, glaube ich, 7 Grad? Mein Vater sagte, es sei viel zu kalt dafür! 

Meine Mutter war noch zu Hause geblieben, es ging ihr nicht gut und ich heulte und jammerte und meine Geschwister und mein Vater erklärten nochmal, wie kalt es war und wir hatten ja kein Schwimmzeug und Handtücher dabei, stattdessen dicke Jacken an. Na ja, was ich von meinem Vater gelernt habe und an meine Kinder weitergegeben habe, war, dass man nicht lange mit Kindern diskutieren sollte und sie einfach ihre eigenen Erfahrungen sammeln lassen sollte, weil sie so schneller und mehr lernen und durch Konsequenzen Entscheidungen überdenken. Halt, nicht überreagieren, ich meine natürlich keine gefährlichen Dinge, allerdings zählt ein kalter See nicht zu einer Gefahr und mein Vater dachte, wenn ich den „dicken Onkel“ (so nannte man früher den dicken Zeh) reinhalten würde, hätte ich vermutlich bereits genug, also meinte er mit stolz geschwellter Brust, dass ich es ja ruhig versuchen könnte und sicher selber bemerken würde, dass das Wasser keine Temperatur für ein lauschiges Planschen haben würde und was soll ich sagen? Klein Nici war der glücklichste schwimmende Mensch im Bodensee, in dem Moment! 

Bis wir heimkamen und meine Mutter fragte, warum ich nasse Haare habe, mein Vater alles erklärte, sie die Hände über dem Kopf zusammenschlug und eine nahende Erkältung prophezeite. Ob sie jemals kam, die Erkältung, weiß ich nicht, zumal mein Vater nicht müde wurde zu erklären, dass man nicht von nassen Haaren krank wird, sondern wenn das Immunsystem geschwächt ist, die nassen Haare die Wärme schneller ableiten und man dann eher krank werden kann bzw. die Krankheit ausbrechen kann, die bereits in den Knochen steckte. Ich habe nie einen Faktencheck gemacht.


So, also da war dieser kleine See heute, die groß gewordenen Enten, die Sonne, die das Wasser glitzern und mich brutzeln ließ und ich zog mir die Schuhe aus, legte mein Körbchen ab, ging bis zu den Knien ins Wasser und war so glücklich in dem Moment!

Ich stand einfach da, die Füße angenehm frisch, den Kopf Richtung Himmel gerichtet und genoss den Moment. Vollkommen.

Und dann, als wäre das nicht schon wundervoll genug gewesen, wehte ein Wind. Kräftig. Kühl. Er wirbelte meine Haare herum und ich fühlte mich wirklich gesegnet. Ich dachte wirklich, dass das der perfekte Moment ist und dieser Wind ihn vollkommen gemacht hat. Sicher stand ich einfach so zehn Minuten oder länger da.

Dann kamen die Enten, Gänse, Haubentaucher usw. Immer näher, schauten mich an, schwammen an mir vorbei, total nah, bis zu 2 m Abstand nur und ich fühlte mich wie eine Disney-Prinzessin.

Das war wirklich einer der schönsten Momente, die ich seit sehr langer Zeit hatte.

Dennoch schien ja die Sonne und ich bin wirklich empfindlich, also setzte ich mich in den Halbschatten, mehr stand mir nicht zur Verfügung, vergrub meine Füße ein wenig in den Sand und blätterte durch das frisch gekaufte Buch. Ich habe ja gesagt, dass es von Jens Hübner ist, aber der Titel ist eigentlich egal, weil wirklich alle seine Bücher toll sind, auch wenn man nicht malt, weil sehr viele seiner Werke darin sind, die immer sehenswert sind und es sich alleine schon dafür lohnt!

Just als ich mein eher neues, aber heiß geliebtes kleines Skizzenbuch in die Hand nahm, gerade versuchte, den See etwas einzufangen, wobei ich noch nie viel mit Aquarellstiften gemacht hatte und es eher ein Herantasten an das Material war, meinte eine Entendame, sich genau vor mir planschend baden und putzen zu müssen!


Ich bin so alt, dass ich lieber selber hinschaue, als durch die Kamera zu blicken, also sind die Bilder nicht soooo toll geworden, aber ganz ehrlich, das war es mir wert! Was für ein Spektakel! Danke, liebe Entendame, für diesen Augenblick!

Also habe ich versucht, die Entendame und das glitzernde Wasser zu malen. Vorab, ich kann kein Wasser malen. Ich finde es zu komplex und alle Anleitungen brachten mich nicht weiter. Dann war mein Gelstift, der das Weiß ins Bild zaubern soll, nicht so gut, wie ich dachte und keine Ahnung, es war mir echt nicht gelungen, aber dafür habe ich eine Zeichnung von einer Momentaufnahme, an dem Ort, an dem sie stattgefunden hat und das kann mir keiner nehmen! 


Außerdem musste ich dringend wieder los, also habe ich nochmal meine Füße in den See gehalten, bin sogar noch etwas tiefer reingegangen und musste aktiv widerstehen, nicht einfach zu schwimmen und darauf zu sch***en, dass ich keine Badesachen und keine Handtücher hatte und das Baden verboten war. Das war echt schwer. Ich schloss die Augen, nahm alles nochmal in mich auf und packte mein Körbchen ein. Ich hatte ein paar Muschelschalen, Steine und damit verbunden etwas Sand. Ach, und eine Feder, die in meinem Skizzenbuch verewigt wird. Eine frische Feder. Keine, die einfach länger herumlag.

Nun war ich zu spät dran, Leseratte war schon längst fertig und „musste“ mich einsammeln, weil ich noch zu weit weg war.

Dann fuhr er mich zu KFC, wo es im Moment die Minions-Burger und Soßen usw. gibt und gönnte mir ein Menü, bei dem sogar so ein kleiner Klebe-Minions dabei war!


Ganz ehrlich, es hat nicht wirklich gut geschmeckt. Süß-saure Soße mit Bananenmus. Pommes konnte KFC noch nie, auch nicht mit Käse und Schinken oder Bacon. Aber der Burger sah sehr niedlich aus und der Erdbeershake war echt lecker!

Leider hatte ich den Burger-King-Effekt und das Essen nicht gut vertragen.

Die Aquarellstifte, die ich heute dabei hatte, waren von Faber-Castell, aber eher für Kinder und Schüler. Nichts Dolles und wenn man dann gewohnt ist, wie Polychromos sind, von den Pigmenten und der Textur her, dann ist das ein sehr großer Unterschied. Es gibt welche, die sind in einer ähnlich guten Qualität wie die Polychromos, aber wasservermalbar und nennen sich Albrecht Dürer. Die wollte ich mal testen, also fragte ich, ob wir weit von Boesner weg sind. Die haben wirklich ALLE Stifte einzeln da.

Leseratte fuhr mich geduldig hin und auf dem Weg merkte ich schon, dass das Essen echt nicht gut für mich war. Mir ging es gar nicht gut. :(

Ich habe dann verschiedene Stifte getestet. Albrecht Dürer, die Marke von Boesner selber, günstige von Caran d’Ache usw.

Das ist zum Teil Geschmackssache. Wie weit soll sich das Pigment lösen, wenn man es nass macht, wie soll die Textur sein … einfach mal testen. Jedenfalls habe ich mich für die Caran d’Ache Supracolor, glaube ich heißen sie, entschieden. Ähnlich wie Albrecht Dürer, etwas weicher und, keine Ahnung, ich mag sie mehr.

Da ging es mir schon miserabel und obwohl der Tag fantastisch war, ging meine Stimmung etwas runter. Die Heimfahrt war dann recht ruhig und ich bin Leseratte wirklich dankbar für alles. Es war, bis auf das Essen, ein großer Urlaubstag, gefühlt jedenfalls, und hat mir sehr viel Energie gegeben und einen Moment geschenkt, den ich lange nicht vergessen werde und von dem ich noch zehren kann.

Was für ein Tag!



Sonntag, 5. Juli 2026

Finally old enough

Kennst Du das Lied von Sarah Hester Ross „Finally Old Enough“?

Falls nicht, schnapp Dir einen Chai-Tee mit Kokosmilch, mach es Dir gemütlich und gönn Dir diese paar Minuten. :)


Ich hoffe, dass ich noch das Foto hochgeladen bekomme. Mittlerweile werden alle Dienste immer zickiger, wollen Geld oder reduzieren ihre Anwendungen. Dabei verdienen sie doch nur, weil es Menschen gibt, die Dinge zeigen wollen. Werde ich wohl nie verstehen. Sie reduzieren dadurch deutlich die Meinung, die man über sie hat, und sucht vielleicht eher nach einer Alternative. Instagram reduziert seine Hashtag-Begriffe pro Post, Blogger will mir keine Bilder mehr hochladen lassen … so vieles nervt, aber das passt gut zu meinem Thema.

Resilienz könnte man sagen. :)

Man darf sich nicht von allem tangieren lassen, weil es lediglich den eigenen Seelenfrieden raubt.

Ich habe wieder zu meinen Farben gefunden, also dauerhafter, meine ich. Nun habe ich schon über eine Woche täglich gezeichnet und gemalt und fühle mich total wohl damit!


Nicht jedes Motiv ist perfekt, ich habe auch noch keinen eigenen Stil, aber Spaß, den habe ich! Wenn ich so ein farbenfrohes Motiv aufs Papier gezaubert habe, freut es mich einfach, auch schon während ich male, weil ich Farben so liebe. Heute (vielleicht schaffe ich es sogar, zwei Bilder in den Beitrag zu schmuggeln) kamen die Frösche dran. Thema war Lawn, also Wiese/Rasen/Gras, und ich habe deutlich gemerkt, wie sehr ich es mag, mit Grün zu arbeiten.

In einem Video hat eine Künstlerin erklärt, dass man mal vergessen soll, den eigenen Stil zu finden oder welches Motiv es werden soll, und vollkommen anders an die Sache herangehen soll. Nimm ein Motiv, das Du magst, und male das immer wieder, aber nimm immer verschiedene Materialien. Du musst es nicht immer gleich malen, es geht nur darum, dass Dein Fokus davon wegkommt, WAS Du malen möchtest, hin zu dem, MIT WAS und auf welche Art.

Kleiner Rat von mir: Zeig nicht alles, was Du gemalt hast, weil das sonst nur Druck macht. Wenn Du merkst, dass Dir was misslingen kann und keiner sieht es, keiner weiß, dass es existiert, dann kannst Du wesentlich freier malen, weil es egal ist, ob es gut oder beschissen wird!

Ich habe das Leseratte auch erklärt, weil er immer schauen kam und sehen wollte, was ich so gemacht habe. Dieses Interesse und die Neugier an meiner Arbeit sind ja schmeichelhaft, bauen aber auch Erwartungsdruck auf. Ich finde es bereits schwierig genug, wenn es nicht gelingt, dass ich nicht zu frustriert bin und mir direkt wieder einrede, dass ich es eben nicht kann. Von daher verkrümle ich mich in mein Zimmer und dann schau bitte nicht, was ich mache. Wenn ich es mag und gut finde, komme ich sehr gerne auf Dich zu und präsentiere es Dir voller Stolz!

Ok, wenn es richtig übel wurde, kann man es ja auch zeigen und gemeinsam darüber lachen, aber man sollte es selber entscheiden können, damit man offener malen kann.

Als ich gearbeitet hatte, fand ich ja gar keine Zeit und habe es eher romantisiert. Danach hatte ich keine Energie und Ruhe dafür, aber bei Facebook gibt es diese kleinen Videos von Jacob, in denen er übersetzt sagt: „Ich, ich bin Jacob, ich versuche jeden Tag zu malen und das ist Tag XXX und das ist, was ich heute gemalt habe …“

So ein süßes Kerlchen! Und ja, ich gebe ihm immer ein Like! Und besonders toll finde ich, dass es mal wirklich tolle Werke sind, manchmal auch wirklich nicht so tolle oder etwas dazwischen, aber er macht es jeden Tag und ist, glaube ich, bald bei Tag 200? Besonders gefällt mir wirklich, dass er noch kein Profi ist und einfach sein Ding macht, egal wie andere es finden.

Ebenso gibt es einen, ich weiß seinen Namen leider gerade nicht, der immer seine „whimsical“ Art vorzeigt und die ist so niedlich! Noch nicht bilderbuchtauglich, aber immer muss man lächeln und freut sich.

Ich hatte mich gefragt, warum das so gut funktioniert. Dabei kam ich auf den Gedanken, dass wir in einer richtig perfekten (von den Medien aus betrachtet) Welt leben. Jeder zeigt, wie toll sein Urlaub ist oder sein Essen oder seine Kunst, welche auch immer, oder sein Workout … jeder präsentiert seinen Perfektionismus und ich mag nicht wissen, wie die Realität hinter der Kamera aussieht. Nun kommen zwei junge Männer daher (ja, wahrscheinlich gibt es noch viele mehr, die ich jedoch gerade nicht kenne) und zeigen ihre unperfekten, aber niedlichen, grumpeligen Stücke. Gerade das bringt den frischen Wind in den Algorithmus und macht anderen Mut!

Bitte mehr davon!

Und damit meine ich nicht die Leute, die ihre unaufgeräumte Wohnung zeigen und dazu sagen/schreiben, dass das eben das reale Leben ist und sie gegen die Beige-Mom-Dynastie sind, denn nicht aufräumen und nicht putzen ist nun wirklich keine Sache, die man unbedingt teilen muss, sondern einfach Dein Hobby, egal wie gut oder schlecht Du darin bist, damit wir an Deiner Freude daran teilhaben können! Das ist es, was ich meine.

Du machst es gerne? Zeig her! Rede darüber! Teile Deine Emotionen mit uns und zeig, was in Dir steckt! Das liebe ich! Nicht diese Fake-Welt voller perfekter Menschen, die alles im Griff haben und nie mal was falsch machen oder sogar gestellte Videos veröffentlichen, auf denen sie Fake-Fehler machen.

Unperfekte Menschlichkeit. Das fehlt in der virtuellen Welt.

Gemeinsames Schmunzeln über nicht perfekte Dinge, die dadurch jedoch authentisch sind und echt. Echte Menschen, echte Gefühle und echtes Leben dahinter.

Und noch eine Kleinigkeit. Man muss wirklich nicht alles posten.

Ich finde dieses Übermaß an Informationen so lästig. Jeder Mensch meint, alles teilen zu müssen. Jedes Essen. Jede Ladung Wäsche, die aufgehangen wird, jeder unwichtige Gedanke und sinnlose Handgriff.

Ursprünglich ging es noch um richtige Informationen. Lernvideos oder welche mit Erklärungen. Videos und Texte, die Mut machen, die das Gemeinschaftsgefühl fördern und Hobbys, die geteilt wurden, aber seit das monetarisiert wurde, hat es eine solche Überhand genommen, dass es wirklich nur noch zum k*** ist …

Mir fehlen die Zeiten, in denen es noch Menschen dahinter gab, die man für seine beste Freundin halten konnte, die fehlbar war und dadurch umso charmanter.

Wohin das wohl noch so führen wird?

Ach, und zum Schluss noch eine Kleinigkeit. Das mit den Bildern ist wohl mein Fehler. Ich gehe immer über die Leiste oben, um es korrekt einzubinden, aber, es geht viel einfacher: kopieren, dann einfügen, fertig!!!! Man, bin ich veraltet im Kopf!!! Peinlich :)

Schönen Restsonntag noch und hey, keiner ist perfekt und es ginge uns allen besser, wenn man es nicht verbergen würde.

Freitag, 22. Mai 2026

Abrechnung

Ich habe gerade geduscht, dabei Musik gehört und als der Song „Als du gingst“ von Lina Maly kam, habe ich einen furchtbaren Heulkrampf bekommen.

Auch jetzt, wenn ich das schreibe, muss ich direkt wieder anfangen.

Warum?

Das Lied handelt von Abschied und was bleibt.

Ich hasse es. Ehrlich. Ich habe zu viele Menschen, Tiere, Seelen verabschieden müssen.

Ich bin so müde davon.

Man bleibt übrig.

Nicht missverstehen, ich lebe gerne, wirklich, aber alle gehen, man bleibt übrig.

Ich schaue oft in den Himmel und frage mich, ob sie uns zusehen. Ob sie über uns reden, unser Tun kommentieren, wie bei einer Soap und schreien: „NEIN! TU DAS NICHT, DAS IST EINE DUMME ENTSCHEIDUNG!!!“ und den Kopf schütteln, weil wir sie nicht hören können und es doch tun.

Ich stelle mir gerne vor, wie sie vereint sind, Zwei- und Vierbeiner, allen geht es gut und alles ist friedlich.

Wie sie auf uns warten und stolz sind, weil wir weitermachen, egal wie es uns damit geht. Wie sie sich freuen, wenn wir nach ihrem großen Verlust das erste Mal wieder einen Glücksmoment erleben können und sie uns kleine Hinweise schicken, wie auch immer sie aussehen mögen und Luftsprünge machen, wenn sie von uns bemerkt werden.

Trotzdem gibt es da unendlich oft diese Momente, in denen ich innehalte und mich so verlassen von ihnen fühle. So alleine gelassen. So zurückgelassen. Dann bin ich auch regelrecht wütend und sauer auf sie. „Wie konntest du mich in dieser rauen, unerbittlichen Welt alleine lassen?!?“

Die meiste Zeit, wenn ich an sie denke, versuche ich sie allerdings als meinen Fanclub zu sehen. Wie sie mich anfeuern und sich mit mir freuen.

Gerade eben war aber wieder einer dieser verlassenen Momente.

Wo ich wütend war.

Am 14.4. haben wir Nele verabschiedet. Der Hund meiner Schwester. Ihre „Restschuld“. Wieder eine Aufgabe, die ich für sie zu erledigen hatte. Die letzte davon. Und die schönste von allen.

Nun sind sie wieder vereint.


Ich habe eine weitere Lücke zu bewältigen.

Wieder die Frage, ob es der rechte Moment war oder zu früh. Zu spät, das denkt man nie.

Es war der letzte Rest meiner Schwester.

Nun sitzen sie alle irgendwo zusammen und feuern mich weiter an, hoffe ich, denke ich.

Es war und ist nicht nur ein Abschied von Nele, sondern auch von meiner Schwester und dann fügen sich alle anderen Abschiede zuvor mit an. Man denkt an Nele, an Uschi, dann folgt ein roter Faden von Abschieden.

Nele war nie nur eine Aufgabe. Sie war ein fantastischer Abschluss. Eine der schönsten Persönlichkeiten, die mein Leben begleitet haben und ich bin dankbar dafür. Ich bin immer dankbar für die schönen Momente, die tolle Zeit miteinander. Ich denke, dass man diese ganze Freude und das Glück hinterher mit der Trauer bezahlen muss. Das ist der Preis. Der Schmerz hinterher.

Nach Tabitha wollte ich keinen Hund mehr. Ehrlich, es tat so weh, dass ich mir geschworen habe, dass ich mir das nicht nochmal antun werde.

Dann kam meine Schwester an und erzählte mir, dass sie einen kleinen Welpen hat. Ein Mädchen. Eine Nele. Wir haben zusammen geweint, als die kleine Nele mal alleine bleiben musste und alle Klamotten zerbissen und zerstört hat, alle Ladekabel, alle möglichen anderen Dinge und von Uschi die Frage kam: „Ich schaffe das nicht mehr! Ich kann das nicht mehr! Meinst du, dass es irgendwann besser wird? Dass es anders wird?“

Ich möchte ehrlich sein. Bevor sie Nele hatte und von der Idee erzählte, hatte ich große Zweifel. Damit war ich nicht alleine. Viele sagten es offen heraus. Ein Welpe ist für laufende Menschen schon eine große Herausforderung, aber mit Rollstuhl und ihrem Charakter …

Wir sprachen in dem Moment, als sie so verzweifelt war, über Pubertät und Teenager. Sie heulte sich aus, es ging weiter und es folgten natürlich bessere Zeiten.

Ich bekam Nele als ältere Dame, mit weit über neun Jahren. Mir wurde gesagt, dass sie lieb ist, gut hört, ein paar Tricks kann und ein toller Hund ist.

In manchen Situationen merkte man, dass sie von einer Rollstuhlfahrerin erzogen wurde, was uns zum Lachen brachte, auch Jahre später noch.

Sie hob gerne Dinge auf. Das hatte Uschi ihr mühsam beigebracht und saß so gut, dass sie es wirklich voller Stolz und Inbrunst machte. Es war ihr sehr wichtig. Doch sie hob alles genau so hoch auf, wie eine Rollstuhlfahrerin ihre Hand hebt. Wir mussten uns also bücken und es erinnerte uns immer an Uschi und ließ uns lächeln.

Überhaupt fand Nele ihre Hauptaufgabe darin, uns Freude zu bereiten. Das war ihr wirklich sehr wichtig. Sie wollte immer alles richtig machen und schaute uns dabei immer an, um sich zu vergewissern und wenn sie merkte, dass wir uns freuen, dann freute sie sich mit.



Beim Spazierengehen schaute sie alle paar Meter zurück, ob wir auch wirklich folgen, ob wir auch wirklich mitkommen, als wäre es mal anders gewesen. Selbst mit Leine. Egal, sie musste sich vergewissern und wehe, einer stand im Weg und sie konnte nicht kontrollieren, ob der andere wirklich noch dahinter ist! Dann musste sie erst recht nachsehen.

Oder ihre Rolle als „Rudelführer Nele“, wie wir es scherzhaft nannten, wenn sie partout einen anderen Weg gehen wollte und wir sie natürlich gewähren ließen, weil es ihr Spaziergang war und sie sich freute, dass wirklich sie den Weg für alle bestimmen durfte! Natürlich gab es mal Ausnahmen, aber umso mehr freute sie sich dann, wenn es doch wieder funktionierte und alle ihr folgten.

Jeder musste begrüßt werden, egal ob Mensch, Hund, Katze … alles und jeder und wenn die Person, das Wesen nicht von einer Nele begrüßt werden wollte, dann machte sie es umso enthusiastischer und wilder, um zu überzeugen, dass es nichts Tolleres gibt, als von einer Nele begrüßt zu werden. Besondere Opfer waren dann Menschen, die Angst vor Hunden haben, wobei sie da sogar der einen oder anderen Person helfen konnte, durch ihre lustige, tollpatschige Art!

Es war uns wirklich eine Ehre, die kleine Nele ein Stück auf ihrem Weg begleiten zu dürfen.

Anders kann ich es nicht ausdrücken.

Ursprünglich, als ich Nele noch nicht kannte und meine Schwester ins Krankenhaus musste und ich ahnte, dass sie nicht mehr viel Zeit hat, sah ich nur die Wichtigkeit, dass meine Schwester in Ruhe krank sein konnte, dann am Ende auch gehen konnte, mit der Gewissheit, dass es ihrer Nele gut gehen wird und sie sich keine Sorgen machen muss.

Denn eigentlich und das wusste sie, wollte ich keinen Hund mehr nach Tabitha, aber als sie von der Baby-Nele erzählte und mich fragte, ob ich denn Patentante sein möchte, da freute ich mich total darüber. Patentante war immer das Einzige, was ich mir noch vorstellen konnte. Näher wollte ich keinen Hund an mich ranlassen. Wir hatten ohnehin geplant, dass Nele mal Urlaub bei uns macht und von klein auf wurde Nele mit PET-Flaschen gemobbt und gefoppt, damit sie lernt, wenn Kinder mit irgendwas auf sie draufhauen, dann ist das ein Spiel und lustig und kein Grund für eine aggressive Reaktion, so dass meine Kinder, die damals noch klein waren, garantiert nicht gebissen werden würden, falls sie mal grob werden sollten. Lustig, denn meine Kinder hätten das nie gemacht, aber es gab ein Gefühl von Sicherheit. Und natürlich sprachen wir darüber, wenn Uschi mal länger ins Krankenhaus müsse, dass ich die kleine Nele dann abholen würde. Sie hatte mir erzählt, wie wichtig es ihr ist, dass ich, wenn was sein sollte, direkt runterfahre und sie einsammeln soll. Es wäre alles geklärt, jeder wüsste Bescheid.

Soweit kam es nicht und ich hatte immer nur mit einem längeren Krankenhausaufenthalt gerechnet. Hätte mir damals jemand erzählt, dass meine Schwester nicht mehr ein ganzes Hundeleben lang leben würde … es ist gut, dass wir das nicht vorher wissen.

Ich habe getan, was eine gute Patentante tut.

Mein Job ist erledigt.

Ich habe sie wieder an Uschi „übergeben“.

Jetzt muss ich wieder lernen weiterzumachen. Wieder mit einem Verlust umzugehen, der mich sehr triggert und herausfordert.

Der mich mein Leben wieder überdenken lässt und eine Umstrukturierung zur Folge hat, denn als Rest, als das, was übrig bleibt, sammelt man sich neu und kann sich neu definieren.

Aber ich bin nicht der einzige Rest.


Luna (unsere Katze) zum Beispiel, die ist auch noch da, mit über 18 Jahren! Und das wird sie noch mindestens 82 Jahre lang, weil die Kinder ihr immer erzählt haben, dass sie mindestens 100 wird oder sogar nie sterben darf und das hat sie sich zu Herzen genommen und hält sich auch daran, sprintet jeden Morgen wie eine Jungkatze herum und hat keinerlei Gebrechen.

Im Übriggebliebensein vereint.

Kinder sind ausgezogen, führen ihre eigenen Leben.

Leseratte ist dazugekommen und somit auch ein Teil vom Rest.

Bringt sogar neue Cheerleader mit, die uns zujubeln, da oben oder wo auch immer sie sich befinden.

Sie sind sicher stolz auf uns.

Wie wir Tag für Tag meistern.

Schritt für Schritt.

Ohne sie.

Aber im Herzen bleiben sie immer bei uns.



Freitag, 1. Mai 2026

Bucket List Haken

Herzlich willkommen zurück, nach so langer, langer Zeit.

Setz dich erst einmal in Ruhe hin, genieße einen Iced Coffee, das Wetter schreit geradezu danach, und mach es dir gemütlich. Atme mal tief durch und genieße den Moment.

Ich habe schon wieder, mal wieder, ewig nicht geschrieben, aber nun gab es sogar sehr gute Gründe dafür!

Wer mich ein wenig kennt, weiß, dass ich seit über 15 Jahren Build-a-Bear-Fan bin! Großer Fan!

Als ich damals meine FAP-Diagnose bekam und erkannte, dass eine Zeit angebrochen ist, in der es nie mehr ohne Krankenhausaufenthalte gehen würde, fand ich meine Passion :)

Eigentlich wollte ich lediglich für meine Kinder je einen Teddy machen. Sie bekamen eine Sprachnachricht von mir in die Pfote: „Ich hab dich lieb, mein Schatz / mein Engel, schlaf gut und träume süß!“

Ich selber gönnte mir eine Pawlette und von meinem nun Ex-Mann eine Sprachnachricht, auf der er sagte, dass er mich liebt.

Als ich fortan regelmäßig ins Krankenhaus musste und bedeutend weniger zu Hause war, waren unsere Plüschtiere Gold wert! Ihre Bedeutung wuchs, gerade für mich, umso schlechter es mir ging.

Jayne, wie meine Pawlette getauft wurde, kam immerzu mit. Sie hatte ihr eigenes Krankenhaus-Outfit und war sogar mit im OP dabei, auf der Intensivstation, überall.

Mal wachte ich auf, und sie hatte Handschuhe angezogen bekommen und andere süße kleine Scherze.

Leider schlossen nach und nach die Build-a-Bear-Shops, und ich kaufte nur noch Secondhand, bis ich für Leseratte einen Teddy erstand und ihm zwar Sachen genäht hatte, aber noch mehr wollte.

Als es nur um mich ging, kam ich nicht auf die Lösung. Allerdings, als es um seinen Teddy ging, da hatte ich einen Geistesblitz. Ich kenne eine Stewardess! Ich bat sie doch bitte, wenn sie wieder in Amerika ist, einmal in einem Store vorbeizuschauen. Im Internet hatte ich mir schon zusammengesucht, was ich uuuuunbedingt brauchte, unter anderem die Game-Controller! Und sie war so lieb, sie schickte mir lauter Bilder und fragte, was ich noch möchte. Es war toll! Zwar war ich nicht selber vor Ort, jedoch ein kleines bisschen schon irgendwie :)

Lustigerweise schnappte ihr ein Junge den letzten Controller vor der Nase weg, und das war ein sehr glücklicher Zufall, denn so lernte ich die Build-a-Bear-Community bei Facebook kennen und lieben. Jemand, ein sehr lieber Mensch, bestellte mir in England den Controller und noch ein paar Kleinigkeiten, und daraus entstand eine schöne Freundschaft, die ich nicht missen möchte, und eine kleine Teddysucht, denn so konnte ich neue Mitbewohner adoptieren, wie z. B. meine liebste Holly!



Ich bekam eine Einladung zum Vorstellungsgespräch, und als ich heraus war, rief ich sofort Leseratte an und erklärte, dass das eh nichts wird. Ich war mir zu 100 % sicher.

Tja, bis eine Mail mit meinem Vertrag kam. Ich konnte es nicht glauben! Ich ging wirklich die ganze Zeit davon aus, dass ich nicht genommen werde. Ich habe keine Erfahrung vorzuweisen, außer meine Liebe zur Marke, zu den Teddys, dass ich den Umgang mit Kindern und Menschen allgemein liebe und so viel zu geben habe. Ich war dankbar, total glücklich und dachte mir, egal wie es läuft, ich war wenigstens dabei!

Diese Einstellung behielt ich auch, selbst als ich Vollzeit arbeitete und jeden Abend einfach nur müde ins Bett fiel, während mir wirklich mein gesamter Körper, jeder Millimeter, schmerzte, weil ich es nicht gewohnt war, weil ich so viel tanzte und hüpfte, weil ich so gerne die Herzzeremonien machte.

Falls Du es nicht weißt: Build-a-Bear ist mehr als nur ein Spielzeuggeschäft. Du kommst rein, wirst freundlich begrüßt, es herrscht (sollte jedenfalls so sein) eine tolle Stimmung, und Du erschaffst deinen persönlichen Kuschelfreund, für ganz besondere Abenteuer, speziell für Dich zusammengestellt. Du wählst einen Kumpel aus, entscheidest Dich, was in ihn hinein soll, denn es kann eine Sprachnachricht sein von dir, einem Menschen, der Dir lieb ist und dabei ist, oder vom Handy aus eine Tonaufnahme, vollkommen egal! Oder einen Herzschlag oder ein leuchtendes Herz oder einen Duft, es gibt verschiedene. Danach füllst Du ihn mit jemandem vom Personal zusammen, und dann kommt die Herzzeremonie! Er wird zum Leben erweckt, und dafür muss man viel herumhampeln, tanzen, springen und Eigenschaften hineinlegen, die dir wichtig sind. Am Ende wird noch ein persönlicher Wunsch in Gedanken gesprochen, und schon kommt das kleine Stoffherz in deinen Plüschkumpel rein. Danach wird er verschlossen, und Du kannst ihn anziehen, es gibt jede Menge Klamotten und Accessoires. Am Ende bekommst Du sogar eine Geburtsurkunde!

Ich liebe das Konzept nach wie vor!

Ich war so glücklich!

Komplett k. o. und erschöpft, aber vollkommen zufrieden, und dafür bekam ich sogar noch Geld! Hobby zum Beruf gemacht, und mir wurde von allen Seiten, Kollegen, Kunden, andere Verkäufer aus benachbarten Geschäften, genau das gespiegelt, wie glücklich ich wirke und dass ich voll hinter der Sache stehe.

Leider kann es manche Menschen überfordern, und ich möchte nicht ins Detail gehen, nur so viel: Ich habe gekündigt. Ich ertrug einen gewissen Umgang nicht mehr und habe mich entschieden, auf meine mentale Gesundheit zu achten.

Schade.

Aber!

Vorher habe ich so viel von meiner Bucket List streichen können!

Ich habe meine eigenen Plüschies gefüllt!!!

Ich habe als Pawlette meine Pawlette geknuddelt!

Ich habe Kunden glücklich gemacht, mit ihnen gelacht, auch mal geweint, wurde stürmisch von Kindern geknuddelt, habe gesagt bekommen, dass sie unbedingt auch mal so werden wollen, und immer wieder, wie toll ich es mache und dass man merkt, wie glücklich es mich macht.

Das kann mir keiner nehmen.

Das ist unbezahlbar.

Das sind unauslöschliche Erinnerungen.

Dafür bin ich so dankbar!

Ich hatte leider keine Zeit mehr für andere Dinge. Ich stand morgens auf, machte mich fertig, bereitete mein Essen vor, fuhr los, arbeitete, fuhr abends heim, hatte kaum Energie zum Kochen selbst eine Pizza in den Ofen schieben kann anstrengend sein, und dann ging es schon ins Bett und von vorne los.

Ich habe mein eigenes Zimmer voller Utensilien. Wahrscheinlich bin ich mindestens so gut ausgestattet wie ein hauptberuflicher Künstler. Ich habe meine Malsachen, Nähsachen, tausende Bücher und nun wieder Zeit und hoffentlich Muse dafür :)

Mal sehen, was mir das Schicksal noch so ins Leben spült!

Ich bin wirklich sehr gespannt!


Und irgendwo da draußen lebt ein roter Dino mit meiner Stimmaufnahme, mit der ich der Besitzerin Mut mache, wenn sie gerade leider weniger an sich glauben kann, und das macht mich stolz!

Diese Momente erfüllen mich, wie es sonst kaum etwas kann.

Es war schön :)

Dienstag, 28. Oktober 2025

Kürbis Kumpel Adoption

 Es ist Halloween-Saison!!!


Ich liebe das ja :)

Setz Dich hin, mach es Dir bequem, nimm vier tiefe Atemzüge und gönn Dir einen Pumpkin Spiced Latte! Lieblingsgetränk für das ganze Jahr, wenn Du mich fragen würdest.

Es klingeln zwar kaum Kinder bei uns (Bleibt mehr Süßkram für die Leseratte und mich! Scherz, das wird zu Sankt Martin wieder verwurstet, weil hier dann viel los ist) und dennoch mache ich mir immer etwas Mühe mit der Deko und Verkleidung und dieses Jahr sogar eine richtige Adoptionsstelle!

Ich liebe es ja, Kürbisse zu zeichnen, auch wenn ich es nach wie vor nicht so gut kann. Diese blöde Form, die eigentlich einfach sein sollte, treibt mich zur Weißglut, aber dennoch, ich liebe es! Also male ich immer ein paar Karten für liebe Menschen und Nachbarn und dieses Jahr kam ich auf die Idee, ich könnte ja lauter kleine Kürbisse für Kinder malen, die klingeln.

Also habe ich 30 Mini-Kürbisse gemalt und ausgeschnitten, auf die Rückseite ihre Namen geschrieben, die ich von ChatGPT erfinden ließ und dann laminierte ich sie und schnitt sie nochmal aus.


Schnell ein Schild für vor die Türe gekritzelt und fertig!

Es werden sicher keine 30 Kinder klingeln, also Kürbis-Kumpel übrig bleiben und was mit denen passiert, weiß ich noch nicht. Vielleicht verstecke ich sie in Büchern, die in den Bücherschrank wandern, oder setze sie an belebten Orten aus. Sehr viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass ich sie einfach beherberge, bis es wieder Kürbis-Kumpel-Zeit ist und sie dann vielleicht ein neues Zuhause finden.

Hier leben sehr viele Ökos, die freuen sich total, wenn es mal eine Mandarine, Kartoffel oder Spitzkohl gibt, anstelle von Süßigkeiten…

Bei meinen Kindern nahm ich das nie so ernst, weil ich davon überzeugt bin, dass sie eher viele Süßigkeiten essen, wenn es rationiert wird. Bei mir gab es eher eine: „Musst Du schon selber wissen, ob Dir das gut tut…“ Erziehung, die schnellen Erfolg bewies. 

Ich hatte die Diskussionen satt, warum sie nur 1-2 Kugeln Eis im Sommer bekommen und nicht 3-4! Also durften sie sich aussuchen, wie viele sie wollten und hinterher gab es Schüttelfrost, Übelkeit und allgemeines Unwohlsein und nie wieder ein Gespräch über die Anzahl der Eiskugeln. 

Ebenso beim All-you-can-eat-Bufffet. Warum soll ich diskutieren, wie viel sie erst essen müssen, bevor sie was Süßes dürfen? Oder wie viel Süßes sie dürfen? Der Magen regelt es hinterher wunderbar und ja, eines meiner Kinder musste sich zuhause fürchterlich erbrechen, musste hinterher aber auch nie wieder ermahnt werden, dass es vielleicht keine gute Idee ist, wenn man so viel Süßkram futtert.

Eigenverantwortung finde ich ein wichtiges Thema!

Ich kann meinen Kindern immer wieder vorkauen, warum es etwas nicht machen soll, was für Folgen es haben wird usw., oder (wenn es nicht gefährlich ist) einfach mal machen lassen und selber spüren lassen, damit es daraus lernt. 

Es prägt sich ja auch viel besser ein, wenn man es am eigenen Leib erfährt.

Meine Kinder durften sich etwa ab dem dritten Lebensjahr die Kleidung selber aussuchen. Es gab spannende Kombinationen! Fand ich immer wieder schön, denn schnell hatten sie ein Gespür für Mode und trugen stolz ihre Eigenkreationen. Mir ersparte es morgendlichen Stress, ihnen Frust und das Gefühl, dass sie nicht selber bestimmen dürfen. Win-win Situation! Zwar wurde ich im Kindergarten mal darauf angesprochen, aber auch dort erklärte ich es und da sie nicht zu warm oder kalt angezogen waren (sie mussten vorher einen Balkon-Check machen, ob sie frieren oder schwitzen, oder es anderweitig unangenehm ist), ging es in Ordnung. 

Sie aßen ihren Süßkram nicht in Übermaß und haben gelernt es selber zu regulieren. Auch heute noch sind sie schlank und haben kein Problem, normale Portionen zu essen, egal von was. Dieser große Reiz von: „Oh, ich brauche nun unbedingt Süßigkeiten und kann nicht aufhören damit!“ ging an ihnen vorbei. 

Sie haben kleidertechnisch ihren eigenen Stil, sind vollkommen im Reinen damit und fühlen sich wohl.

Von klein auf habe ich sie wie vollkommene Menschen behandelt und das hat sehr gut funktioniert. Ich habe ihnen immer wieder alles erklärt, warum sie etwas machen sollen / warum sie etwas nicht machen sollen und ging da nach meinem eigenen Bedürfnis, dass ich verstehen möchte, warum ich etwas machen soll. Kinder haben das gleiche Recht auf Verständnis. Wenn ich als erwachsene Person verstehen möchte, um mich an Regeln oder Rat zu halten, dann wollen Kinder das umso mehr. Ich verstehe es und handle so.

Ebenso ging ich wirklich oft auf Ausflügen in der Kindergartenzeit mit und sprach mit ihnen, wie ich selber angesprochen werden möchte. Als Beispiel sagte ich: „Kannst Du bitte ein wenig von der Straße weg, mehr auf den Bürgersteig gehen?“ Die Kindergärtnerinnen machten sich etwas darüber lustig, dass ich immer Bitte und Danke sagte und andere Eltern fragten mich, wie ich es schaffe, dass meine Kinder so höflich sind und immer Bitte und Danke sagen und genau das ist es. Vorleben von dem Verhalten, was man gerne haben möchte. Die Arroganz von Eltern, die meinen: „Das sind doch nur Kinder…“ finde ich furchtbar. Wir wollten uns als Kinder ernstgenommen fühlen, ebenso wie als Erwachsener und ich finde, dass jeder ein Recht darauf hat.

Heute ist das ja eher umgekehrt. Kinder dürfen alles, mit der Begründung, dass es ja nur Kinder sind. Immer wieder werden Sachen beschädigt, aber hinterher heißt es, dass es ja nur Kinder sind. Wir reden hier von teilweise richtig viel Geld! Ein Auto parkte neben einem Kindergarten und wurde demoliert von den Kindern, indem sie was über den Zaun warfen. Urteil vor Gericht war, dass es ja nur Kinder sind und man damit rechnen muss, wenn man dort parkt.

Im Moment werden in Köln Wasserballons durch offene Fenster geworfen. Jemand beschwerte sich, dass der Boden und die Wände nass waren und nur durch Glück, nicht die teuren Elektrogeräte erwischt wurden. Kommentare waren unter anderem, dass es nur Kinder sind, die machen halt so Scherze und wenn man soooo teure Elektrogeräte hat, soll man sich ein Büro mieten oder das Fenster geschlossen halten.

Kinder sind in der heutigen Zeit sehr auf sich alleine gestellt, in Situationen, die vollkommen unangebracht sind. Karneval werden sie in die vorderste Reihe gestellt und es ist keiner bei, der aufpasst, dass sie von den Rädern der Wagen Abstand halten. Es interessiert die Eltern nicht mehr. Das habe ich von meinem eigenen Kind erfahren, das als Wagenengel mitlief und von anderen Kölnern. Wenn man es offen anspricht, bekommt man viele gruselige Geschichten zu hören. 

Die Balance zwischen Eigenverantwortung und Behütung ist gar nicht so schwierig, finde ich und da hat sicherlich jeder sein eigenes Bild von, aber wenn es um das Thema Sicherheit geht und dass der eigene Freiraum endet, wo der von anderen beginnt, da sollte es doch schon ein Mindestmaß geben. 

Egal, ich möchte kein Moralapostel sein und ich mache mir um die anstehende Jugend Sorgen, so wie es wohl alle Generationen vor uns auch schon gemacht haben. Ändern kann ich ohnehin nichts. Ich habe meinen Beitrag geleistet, indem ich versucht habe, meine eigenen Kinder zu guten und stabilen Menschen heranzuziehen, so dass sie ein schönes Leben haben können und gut zurechtkommen.

Als Halloween Süßigkeiten gibt es bei uns nicht nur Süßkram und Kürbis-Kumpels, sondern auch Tee und Obst, denn so kann jeder selber entscheiden und wenn man Unverträglichkeiten hat, kann man die umgehen. Es soll ja keiner ausgeschlossen werden.


Freitag, 24. Oktober 2025

Toxische Beziehung

Die Zeit verfliegt und ich komme nicht hinterher, denn eigentlich gibt es so vieles, was ich berichten könnte und dann doch wieder vergesse…

Ich habe Bücher fertig gelesen, wollte darüber schreiben, habe Filme und Serien entdeckt, von denen ich gerne meine Gedanken und Gefühle geteilt hätte, habe einen Pulli gehäkelt, einiges gestrickt, auch genäht und viel gemalt und gezeichnet und doch hat nichts hier rein gefunden.

Sogar mein erstes Zielgewicht hatte ich erreicht, dann das zweite und bin nun, mit ganz kleinen mini Tippelschrittchen auf dem Weg, zu meinem letzten Zielgewicht, was ich wohl das letzte Mal mit unter 18 Jahren hatte.

Aber ich möchte nicht unhöflich sein.

Setz Dich hin, atme mal tief durch und gönn Dir eine heiße Schokolade! Im Moment gibt es so coole Sorten mit Cookies, salted Caramel und verrücktere Kreationen. 

Irgendwo möchte ich ja beginnen und derzeit beschäftigt mich ein Videospiel (schreibt man das noch so, oder sagt man einfach nur noch: „Game“?) sehr intensiv.

Begonnen hatte alles damit, dass ich meinem Kind die Switch Konsole abgekauft hatte, weil das Interesse sehr schnell verloren ging und ich super gerne mal schauen wollte, was Animal Crossing für ein Spiel ist und meine Leseratte mir kurz darauf auch Mario Kart geschenkt hatte. 

Ernsthaft, ich liebe Animal Crossing und es half mir extrem über die Corona Zeit! Jedoch soll das nun in eine komplett andere Richtung gehen.

Ich hatte, wie man so schön sagt, Blut geleckt und interessierte mich mehr für Computerspiele (oder „Games“?) und als Leseratte mit so einem komischen Käferspiel ankam, was er schön fand, nun aber nicht selber spielen wollte, war ich wenig überzeugt, wollte ihm aber den Gefallen tun und setzte mich hin und begann, fluchte, schimpfte, zeterte und spielte weiter.


Ich spreche hier von Hollow Knight! Ein wirklich bezauberndes Spiel, mit fantastischer Musik, alleine die lohnt sich bereits, also hör ruhig mal bei Spotify rein und ich konnte vorher kaum Controller bedienen, weil ich quasi keine Konsole hatte, außer die Wii. Es war hart am Anfang, weil ich so viele Knöpfe zur Verfügung hatte, so wenig Erfahrung und immer falsch reagierte, wenn es hektisch wurde. Kleiner Tipp am Rande, denk nicht: „Nicht dahin rennen, nicht dahin rennen!“ weil Dein Hirn nur registriert: „Dahin rennen, dahin rennen!“ und die Verneinung geht flöten. 

Ich blieb am Ball und spielte es bald wirklich, wirklich sehr gerne! Zwar war es weiterhin schwer und ich blieb bei manchen Gegnern tagelang hängen, aber selbst das machte Freude, weil ich immer eine Verbesserung bemerken konnte und lernte, was immer super ist!

Die Musik, niedliche Charakterkäfer und tolle Grafik half aber auch enorm. Es wurde wirklich zu meinem Lieblingsspiel! 


Es gibt Leute, die sich mit ihrem kleinen Käfer in besonders hübsche Bereiche setzen, die Atmosphäre genießen und nebenher laufen lassen, was ich wirklich gut verstehe und nachempfinden kann.

Ich kann nicht sagen, wie oft ich es durchgespielt habe!

Path of pain? Kein Problem! Ich habe ihn überlebt!

Trial of the fool? Alle drei bestanden, überlebt und das mehrfach!

Kein Gegner zu groß, keine Aufgabe zu schwer!

Ich habe mich als Queen von Hollow Knight gefühlt!

Landkarte? Pah! Ich kenne jeden Weg! 


Dann kam Silksong zur Sprache und Himmel, was habe ich mich darauf gefreut! Endlich geht es weiter! Endlich neue Figuren, neue Welten, neue Entdeckungen und neue Gegner!

Immer wieder wurde es verschoben, man wurde vertröstet und das über mehrere Jahre!!!!!

Über sechs Jahre später erschien Silksong endlich und brach Rekorde, ließ Server zusammenbrechen und dann?

Dann folgte die Ernüchterung, denn nicht nur Server brachen zusammen, sondern auch Gamer. Ihre kleinen, zarten Seelen werden malträtiert und verstümmelt.

Man freut sich Jahre auf ein Spiel, dass man vermeintlich schon kennt, weil man Hornet bereits besiegen durfte und es ja sicherlich nicht so anders sein würde und dann kommen sie mit Silksong daher, was so schwer ist, dass reihenweise Leute heulen. Kein Scherz! Wenn ich mal wieder bei einem Boss gelandet bin und suche, weil ich nicht weiter komme, dann finde ich immer und immer wieder Beiträge, in denen Leute vor Wut und/oder Verzweiflung weinen und ich verstehe das wirklich gut!

Es ist wie in einer toxischen Beziehung. Ich liebe das Spiel, aber ich hasse das Spiel, weil es mir schadet, mich verletzt und wirklich sauer macht!

Ich bin, mittlerweile, keine schlechte Spielerin mehr. Ich habe mich aus dem Bus-Simulator (hey, ich habe keinen Führerschein und mir macht es wirklich Spaß, dann mit einem Bus zu fahren!) hochgearbeitet und noch einige andere Spiele durchgespielt. Ich bin nun auch Fan von Taschenlampen-Spielen, aber dazu ein andermal mehr.

Silksong ist wie Hollow Knight und dann auch wieder nicht.

Es sieht aus wie Hollow Knight, aber die Musik ist… naja! Angenehm. Man bemerkt sie oft nicht, manchmal ist auch keine vorhanden und die kleine Hornet klingt wie eine Tennisspielerin in den 80iger Jahren. Böse Zungen würden sagen, dass sie wie ein Pornostar herum stöhnt.


Wirklich toll finde ich, dass man nun mehrere „Wappen“ hat, die verschiedene Eigenschaften haben. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, weil es wirklich genug Erklärbärseiten dazu gibt und noch viel mehr Videos, aber ich hasse das Spiel auch wirklich! Man hat verschiedene Möglichkeiten für Waffen und Ausrüstung, was wirklich toll ist, aber die Frequenz der Gegner? Der Bosse? 

Leseratte und ich hassen Bosskämpfe. Klar, die gehören dazu, aber dann bitte nicht zu viele, oder verschiedene Schwierigkeitsstufen, das wäre toll.

Schwierigkeit? Gibts nur eine, sehr schwer.

Bosse? An jeder Ecke, wirklich JEDER Ecke!!! Man ist aus einem raus, geht drei Schritte, steckt in der nächsten Arena.

Bänke? Eigentlich sind Bänke Speicherorte, aber nicht bei Silksong! Hier sind es regelmäßig Fallen. Tödliche Fallen.

Man hat Probleme Geld zu sammeln, weil man es schnell verlieren kann und dann kommt man mit einem Leben gerade in einem schwierigen Gebiet zu einer Bank, freut sich und dann? Hat man nicht genug Geld, oder es war eine Falle, man ist endgültig tot und muss den richtig langen Weg zu seiner Seele laufen, verstirbt dabei aber wieder zu oft und hat sie  endgültig verloren. Ich weiß nicht, wie oft mir das passiert ist!

Auch schlimm sind die Wege zum Boss. Teilweise so schwer, dass man mit wenig Leben ankommt, oder einfach elendig lang.

Spiele ich es trotzdem?

Na klar!

Es gibt kaum etwas Besseres, um seine Motorik, Reaktionsfähigkeit, Geduld und vieles mehr zu schulen. Man bleibt zwanghaft jung und fit im Kopf!

Ich habe noch nie so schnell gelernt, was Resignation wirklich bedeutet! Eigentlich war ich immer total positiv gestimmt und habe mir immer gedacht, dass es ja irgendwie immer weiter geht, aber nicht bei Silksong! Das Spiel lehrt einem schnell, dass man ein kleiner Loser ist, der es lieber sein lassen sollte und nie wieder einen Controller benutzen sollte, weil man eh nichts kann.

Mit der Einstellung, dass es egal ist, weil ich nun eben noch x Tage lang immer wieder diesen ewig langen Weg gehen muss, um dann nach 20 Sekunden vom Boss plattgemacht zu werden, habe ich vieles in meinem Leben überdacht. Es wird einem egal, ob man dieses Mal den Boss besiegt, weil man bereits froh ist, wenn man 

Minimalste Fortschritte sieht! „Oh, ich bin nach 21 Sekunden gestorben! So weit war ich ja noch nie!!! Vielleicht bekomme ich das in den nächsten 72h sogar nochmal hin!!!“

Kein Scherz, ich habe Tage für Bosse gebraucht, wirklich Tage! Weil ich nicht stundenlang spiele, sondern viele Pausen mache und nie lange am Stück spiele. Weil ich vielleicht doch nicht so gut bin, wie ich dachte. Weil ich irgendwann auch nur noch 2-3 Versuche pro Tag wagte, damit ich die Switch nicht aus dem Fenster werfe, oder mir etwas antue. 



Möchtest Du schnell und effektiv lernen, mit Frust und Wut umzugehen? Dann spiel Silksong! Das Gefühl, wenn Du nach einigen Tagen eeeendlich den Gegner besiegt hast und nichts, oder kaum was dafür bekommen hast und es Dir in dem Moment egal ist, weil Du euphorisch raus hüpfst und Dich freust, dieses Mistvieh nie wieder sehen zu müssen, dieses Gefühl ist einfach toll und während Du es noch genießt, bist Du in die nächste Arena getappt und eine neue komplett überzogene Herausforderung erwartet Dich. 

So viel Selbstbeherrschung, wie in den letzten Wochen, habe ich in meinem gesamten Leben nicht aufbringen müssen und ja, ich meine es ernst, ich habe wirklich viel gelernt dabei. Meine Fähigkeit ist grenzenlos, ich brauche halt nur noch mehr Versuche, irgendwann kann ich es dann. Meine Wut ist ein Gefühl, es darf mich nicht beherrschen. Der Weg ist das Ziel, denn durch diesen Boss werde ich allgemein besser und ich werde hinterher sehr stolz auf mich sein. Ach, nach tausend Versuchen bin ich noch nicht fertig? Egal! Dann eben noch einer! Wird schon klappen, irgendwann… vielleicht auch erst in Jahren, aber dann werde ich stolz sein. 

Habe ich mir Solksong so vorgestellt? Nein! Ich weiß nicht einmal, ob ich es dann gewollt hätte, weil ich es wirklich hasse… ich versuche es zu mögen, aber es macht es einem so schwer!

Gerade wenn man nach Tagen raus ist und sich freut, dass man doch nun etwas herumwandern und entdecken kann und stattdessen einfach einen neuen Boss vorgesetzt bekommt, oder eine Arena mit x Angriffen, dann lege ich die Switch extra vorsichtig beiseite, damit ich sie nicht aus Versehen aus dem Fenster befördere, oder gegen die Wand und lasse ihr eine Pause… nein, eigentlich lasse ich mir eine Pause und wenn ich mich dann mental wieder in der Lage sehe, dann versuche ich es eben wieder… und wieder… und wieder… und wieder… und, na, Du weißt schon.

Ich glaube auch nicht, dass ich es so oft spielen werde, wie Hollow Knight oder Ori. Derzeit glaube ich, dass ich es nie nie nie wieder spielen werde, wenn ich denn erst einmal durch bin. 

Klar, ich hätte wesentlich weiter sein können, wenn ich Bosse unbesiegt lasse, Aufgaben und Quests unerfüllt, aber stattdessen versuche ich ja meine 100% zusammenzubekommen und meine Controller leiden darunter! Reihenweise werden sie kaputtgespielt, weil es wirklich so anspruchsvoll ist.

Viele Gegner haben kleine Kniffe, durch die man sie leichter besiegen kann, aber man muss sie ja erst einmal finden, oder Videos mit Anleitungen schauen.

Manche kann man gut besiegen, indem man aggressiv voll draufgeht, andere nur, indem man kontinuierlich langsam und bedächtig vorgeht und sich möglichst zurückhält, auch wenn man denkt, dass man ihn eigentlich so gut wie besiegt hat. 

Ich hasse das Spiel so inbrünstig, dass ich es ja schon wieder gut finde.

Was für eine Herausforderung an Geist und Seele! Beeindruckend. 


Ja, auf den Entwicklern werden viele fiese Flüche liegen, da bin ich mir sicher, aber es ist schon ein kleines Meisterwerk. Eine Fliege, die Dich mit ihrem Hintern platt quetscht, genial! Tänzer, die Dich in ihrer Choreografie bezwingen und dabei so elegant sind, dass Du ihnen nicht böse sein kannst und so so sooooo viele niedliche Geschöpfe! Viel Liebe zu Details und eine tolle Geschichte obendrauf. 

Ich kenne kein Spiel, dass so frustrierend ist und so viele Gefühle auslöst. 

Eigentlich müsste eine Warnung draufstehen. 

„Vorsicht! Sie müssen emotional stabil sein und eine gute Versicherung haben.“ oder so ähnlich.


Man sollte sich öfter an Cloth erinnern, die im Kampf starb und es für das Richtige hielt, einen tollen Kampf gehabt zu haben, egal was es kostete. 

Ja, wir kämpfen mit Cloth im Geiste weiter, ihr zu Ehren, auch wenn sie leider nicht mehr dabei sein kann. Sie hätte es genossen!






Montag, 28. Juli 2025

Geschmacksumstellung


 Schau Dir bitte mal dieses kleine, herzförmige Wunderwerk an :)

Eigentlich nur eine hübsche Erdbeere, aber wenn man sich darauf einlässt, ist sie eine Geschmacksexplosion im Mund!

Herzlich Willkommen zurück. Mach es Dir bitte erst einmal gemütlich, vergiss nicht Dir etwas zu Trinken hinzustellen und schnauf mal ordentlich durch :)

Wir machen nun ja seit Mitte Januar Slow Carb und ich habe um die 18 Kilo abgenommen, wobei es momentan eher schleppend weiter geht, weil ich schon so wenig wiege und wir auch mal Mitte der Woche ein Refeed Meal einbauen. Dabei legt man höchstens Wasser an, kein Fett. Und ich kann endlich wieder langsam mit dem Sport beginnen, sodass die Muskulatur zurückkehrt und bekanntlich mehr wiegt als Fett.

Jedenfalls ist mit der Diät noch eine Nebenwirkung erschienen. Also neben den positiven, die ich bereits beschrieben habe, glaube ich. 

Mein Geschmack hat sich komplett verändert! Alte Strategien greifen nicht mehr. 

Am Cheat Day könnte ich ein Weckchen nehmen und 2cm dick Nutella drauf schmieren und glücklich verspeisen! Nun das dicke ABER! Es schmeckt mir einfach nicht mehr. Zu süß, zu fettig, ich ekle mich regelrecht davor.

Anfangs wurde mir Marmelade zu süß, da war ich schon von Schokocreme weg, dann suchte ich die weniger süße Marmelade heraus, die war dann auch zu süß und jetzt? Obst. Nicht jedes. Erdbeere, Blaubeeren, Himbeeren, Brombeeren, mega! Am aaaallerliebsten Stachelbeeren! Sowas von intensiv im Geschmack, einmalig! Bananen? Zu süß. Kirschen? Zu süß. Pfirsiche? Zu süß.

Es hat mich letztes Wochenende kolossal  genervt. Wir haben, wie schon so oft, als Cheat Mittagessen Burger gemacht, mit Pommes und Röstiecken und weil ich den Platz in der Tiefkühle brauchte, schmiss ich noch Zwiebelringe und diese kleinen Paprikaschoten, die mit Frischkäse gefüllt sind, dazu.

Ergebnis?

Burger zu fettig, stehen gelassen.

Zwiebelringe zu fettig, trotzdem gegessen, weil ich die eigentlich immer liebte.

Gut waren die Paprikadinger.

Es funktioniert einfach nicht mehr. Selbst beim Frühstück habe ich letzte Woche die Salami nicht mehr essen können und diese Woche die Paprikafleischwurst schnell weggelegt. Auch zu fettig.

Ich unterhalte mich ja regelmäßig mit ChatGPT und dort hieß es so streng positiv, wie alle Antworten sind, dass es eine ganz tolle Sache ist! (Ist es ja immer, egal was man schreibt.) Dass durch die absolut gesunde Ernährung unter der Woche die Geschmacksnerven wieder auf ein natürliches Niveau zurückbesinnen und ganz ursprünglich funktionieren und dann ist eben viel Zeug zu viel, für die Nerven und schmeckt nicht mehr.

Schön :(

Dadurch muss ich komplett umdenken. Einfache Dinge, auf die ich mich freute, wenn ich so mitten in der Diät war: „Bor, ich hau am Cheat Day gleich zwei Pizzen in mich rein!“ ekelt mich beim Gedanken schon an und selbst das Frühstück gestaltet sich zunehmend schwieriger.

Ich liebe Starbucks und traue mich, obwohl ich zwei Freigetränke offen habe, einfach nicht mehr hin :(

Was wirklich richtig Freude bringt, ist, wenn wir Freitag für den Cheat Day einkaufen gehen und ich mich bei den Beeren umschaue! Bei dem Rewe, zu dem wir fahren, gibt es manchmal in der Salatbaar Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren und Heidelbeeren zum selber mixen! Das freut mich am meisten.

Aber auch so, ich schaue mich total gerne um und kaufe dann gerne Erdbeeren und Blaubeeren, weil es die gerade immer gibt und recht günstig sind. 

Ich frage mich, wie das werden soll, wenn keine Saison mehr ist.

Melonen? Wahrscheinlich zu süß.

Tomaten sind ein Hit! Nicht die Wasserbomben, sondern solche, für die man gerne mehr zahlt, weil sie so viel besser schmecken! Die gibt es wenigstens das ganze Jahr. Ich glaube, dass Tomaten noch ein richtiges Ding werden.

Auch doof ist, dass jeder Discounter andere Wurstware ohne Zucker hat. Üblicherweise ist in fast allem 0,1-2,0gr Zucker drin. Keine Ahnung warum, habe die Antwort von ChatGPT wieder vergessen, jedenfalls haben wir wirklich alle möglichen Sachen durchgeschaut, die man als Snack verputzen kann, ob sie Zucker enthalten und wenn ja, wie viel. Bis 0,5gr pro 100gr ist gerade noch in Ordnung. 

Bei Aldi gibt es Schwarzwälder Schinken und Geflügel Wienerle, aber keine Kidney Bohnen und der TK Brokkoli ist meist ausverkauft und oft auch Rosenkohl.

Bei Lidl gibt es nahezu nie Brokkoli, aber der Bacon hat keinen Zucker und auch sind keine Bohnen verfügbar. 

Der Netto hat fast immer Brokkoli und dort sind die Landjäger ohne Zucker, wobei die uns nicht so gut bekommen… ich weiß nicht warum, aber es gibt garantiert immer Bohnen!

Es gibt nie alles in einem Laden und freitags geht es dann eben für den Cheat Day einkaufen und das ist wie der 23.12. in meinem Gefühlsleben.

Naja, nun weniger, weil es wirklich kompliziert wird. 

Ich muss umdenken. Mich auf die natürlichen Geschmacksnuancen konzentrieren und Burger, Pommes, Pizza im Kopf abhaken. Ich verzichte nicht darauf, es schmeckt halt einfach nicht mehr. Das ist doch dann kein Verlust. Statt dessen habe ich so viel leckerere Alternativen, die auch noch gesund sind.

Im Moment liebe ich Brokkoli im Airfryer zubereitet, ein wenig angekohlt und nicht verwässert. Sehr lecker! Hühnchen mit viel Paprikapulver, nicht scharfes, ein wenig scharfes und geräuchertes! Immer lecker und fast wie Dönerfleisch. Die Bohnen hasse ich nach wie vor. Ekelhaft.

Mal so zwischen uns, diese Diät ist nicht mal so günstig. Wenn man Fertigfraß nimmt, der ist immer billig. Eine Pizza im Angebot 1,88€ und man ist satt. Nun rechne mal Pute oder Huhn, um die 250-350gr roh gewogen, je nachdem wie viel Protein man braucht, macht im Angebot von, sagen wir mal 10€ das Kilo, dann kommt das auf 2,50€-3,50€. Dazu dann die Bohnen und das Gemüse, bist Du schnell bei um die 5€ oder etwas mehr, für ein Mittagessen. 

Gesund leben ist einfach teuer geworden.

Fleisch ist teuer, selbst das günstige Gemüse auch und von Öl usw. fange ich gar nicht erst an.

Es sind schwierige Zeiten, in denen wir leben. Auf vielen Ebenen.

So, ich geh mal meine Pute anbrutzeln und den Brokkoli in den Airfryer werfen. Yammie!