Dienstag, 2. August 2011

Der Kelch ging nicht vorbei :(

Als ich etwa 5 oder 6 Jahre alt war, spielte ich mit der Eisenbahn meiner Schwester. Ein paar Schienen mussten noch eingesteckt werden und so versuchte ich es, stach mich jedoch blutete ein mini bisschen, also eigentlich kam nur ein Tropfen heraus, nicht der Rede wert, oder?

Ich lief zu meiner Mama und die betüddelte mich, wollte mir gerade ein Pflaster geben, in dem Moment lag ich *bumm* ohnmächtig auf dem Boden! Nach ein paar Sekunden war ich wieder voll da, mit Kopfweh und übelster Übelkeit aber soweit fit. Meine Mutter hingegen sah schrecklich aus! Kreidebleich und als hätte sie ein Gespenst gesehen. Sie packte mich ein, fuhr mit mir in die Klinik (war abends) und dort wurde ich durchgecheckt, aber der Arzt erklärte schon davor, dass es wohl daran liegt, das mein Kreislauf zusammen bricht, wenn ich Blut sehe und das das bis ins Teenageralter reichen wird und teilweise darüber hinaus, ein Lebtag lang.

Ab diesem einen mal kippte ich des öfteren um, einmal sah ich sogar kein Blut, meine Mutter hatte sich nur mit der Brotschneidemaschine den halben Finger abgeschnitten und alle rannten wie irre herum und brüllten wieviel Blut das ist und das der nur noch an einer kleinen Faser hängt, das genügte mir, ich rannte los, wollte mich aufs Bett legen, Beinchen hoch, damit nichts passiert, aaaaaaber ich rannte gegen die Türe, nämlich als ich den Griff in der Hand hatte, wurde ich ohnmächtig, *plopp*

Ein andermal hatte ich mich am Papier geschnitten und wollte gerade zu meiner Mama laufen, mitten beim laufen *plopp* lag ich auf dem Boden und blutete nun ordentlich aus der Nase.
Bevor ich das erste mal meine Periode bekam, bangte meine gesamte Familie: "Wer soll ihr die Binden wechseln?!?" Leider verstarb meine Mutter als ich 12 war, meine große Schwester hatte keine Tage, wegen einem schlimmen Unfall und mein Bruder oder Vater nööö danke, aber wie durch ein Wunder, ich kann aus meiner Mumu bluten wie ich will, da passiert nichts!

Irgendwann wurde ich erwachsen, manche munkeln das ich es heute noch nicht sei, und ich kann immernoch kein Blut sehen, aaaaaaaaaber!!! Ich habe eine Nadelphobietherapie gemacht und dabei gelernt, wie ich das Kreislaufzusammenklappen umgehen kann!

Alsoooo die meisten Menschen denen von Blut schlecht wird, haben die Angst umzukippen und bekommen dadurch auch die Symptome, aber sie tun es nicht, nur wenige haben das Problem, dass sich alle Adern immer weiter zusammen ziehen, wie bei denen, denen schlecht wird, darum wird ihnen ja schlecht und nun kommt der Unterschied! Dann gehen sie auf einmal schlagartig auf und das gesamte Blut sackt in die Füße ab und *wusch* hat das Gehirn keins mehr!!! Dadurch kippt man um *plopp*

Sodala also habe ich bei meiner Psychologin eine Technik erlernt, hab den Namen vergessen irgendwas mit Muskelblabla* bei der man die Muskeln abwechselnd anspannt und locker läßt, dass heißt, man setzt sich hin, spannt die Arme und Beine und den Rest so gut es geht an, aber nicht zu sehr, sonst vergißt man das atmen und macht auch *plopp* etwa 20-30 Sekunden hällt man die Spannung und dann läßt man ebenso lange locker, dadurch ist der Kopf zb beschäftigt udn kann garnicht mehr so sehr ans Blut denken, aber hauptsächlich liegt es daran, dass die Muskelspannung verhindert, dass die Venen sich auf einmal öffnen udn das Blut absackt, statt dessen pumpt man weiter und weiter und weiter... und es funktioniert wirklich! Ich hatte schon einige Gelegenheiten und soweit ich den Kopf dafür hatte, bin ich nicht mehr ohnmächtig geworden!!!! Doof nur wenn man mit den Kindern alleine ist, eines verarztet werden muss und man dann nicht diese Anspannungs-Endspannungs-Übungen machen kann.

Achsooo das eigentliche Thema!!!

Heute hat meine Jüngste (gerade noch 5 Jahre alt, aber in weniger als einem Monat nicht mehr) sich geschnitten, ich weiß das sie ab und an meinte ihr wird etwas übel vom Blut, aber ich habe das immer herunter gespielt, damit sich das blooos nicht festsetzt, denn bereits meine Mama konnte kein Blut sehen und ich ja auch nicht... und ja die Veranlagung ist vererbbar.
Jedenfalls kommt sie und zeigte mir ihr Aua und ich sagte, sie soll sich doch eben ein Pflaster holen, es war nur ein mini kleiner Schnitt, blutete schon nicht mehr, nichts schlimmes, ich sage dann gerne das sie selber das Pflaster holen soll, zum einen weil ich einen Pflasterfetisch habe und soooo viele verschiedene zur Auswahl, dass sie sich eh selber eins aussuchen mag, zum anderen hoffte ich, wenn sie mit ihren Aua's früh umgehen lernen, passiert nichts weiter.

Naja sie holte also die Pflasterkiste, wühlte darin herum, meinte ihr ist schlecht, also sagte ich, sie soll sich bitte hin legen, ich komme gleich, aber als ich vor ihr stand, sackte sie schon ab und lag auf dem Boden. Ich habe ihre Füße hoch gehalten, ihre Stirn gestreichelt (hab heute kalte Hände) und mcih gefreut das der Boden so kalt ist, dadurch ziehen sich die Adern schneller zusammen und das Blut kommt schneller wieder überall hin, drum helfen kalte Umschläge wahre Wunder!

Natürlich bekam ich einen leichten Schrecken, aber ich kenne es von mir selber, erinnere mich an alles und so weiß ich gut wie es ihr geht und was sie braucht, aber ich ärgere mich, ich hatte so sehr gehofft, dass sie es nicht bekommt, dass es keines meiner Kinder bekommt, wobei ich zugeben muss, von dreien, ist sie die Einzige, also ein guter Schnitt, der selbe wie bei meinen Eltern, wir sind drei Geschwister, ich bin die, die es abbekam, die anderen nicht.

Es hat mich anfangs extrem erschreckt, wieviel Ähnlichkeit zwischen meiner Ehe und Elternschaft und die meiner Eltern liegt!
Aber das ist ein anderes Thema, ich glaube das hier liest eh keiner komplett, so lang wie es mal weider wurde...

Kommentare:

  1. Doch doch.

    Ich kenn das überhaupt nicht mit Ohnmacht oder Umkippen und würde wahrscheinlich völlig planlos dastehen. Was hat das Kind denn anschließend gesagt?

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  2. Danke das du mich DA dran erinnerst! Sie fragte vollkommen entsetzt: "Mama was hast du mit mir gemacht?!?!?"

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  3. Oh Mann, so richtig umgehauen.

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