Dienstag, 21. April 2020

Buchvorstellung: Amt für Mutmaßungen



Dieses Buch spaltet vermutlich die Nation. Entweder man hasst es, oder man liebt es.

So denke ich es mir jedenfalls, wenn ich lese, wie brillant und toll es sein soll!


Meine geliebte Leseratte entdeckte es und überreichte es mir und es sah wirklich vielversprechend aus!

Das Amt für Mutmaßungen würden sie auf ihre Liebesbriefe als Absender schreiben.
Ja hmm, also ich bin etwa bei der Hälfte hängen geblieben und da stand noch gar nichts von Liebesbriefen?

Man erfährt etwas über eine Frau, sehr wirr ist alles und immer spielen irgendwelche Typen eine Rolle. Manche tauchen nur für diesen einen Moment auf, andere auch öfter.

Das Buch ist ein Konfetti-Buch, oder Fetzen-Buch, ich weiß nicht so recht, wie ich es bezeichnen soll.

Vielleicht ist es unter Drogeneinfluss entstanden?

Man kann ja jeden Scheiß begründen mit Genialität, oder Kunst, oder Poesie, wie es hier auch gemacht wird, aber manches ist dann doch nur Chaos, Wahnsinn oder komplett Irre, wenn man es ehrlich betrachten würde, wie bei "des Kaisers neue Kleider", traut sich dann eben nur keiner die Wahrheit zu sagen.


Dieses Buch springt permanent.
Es springt in den Zeitebenen.
Es springt in den Themen.

Sie trifft Typen, sie reist, sie lebt, einen heiratet sie und ehrlich, ich habe x Seiten zurück geblättert, weil ich dachte, sie hat wen anderen geheiratet, aber es tauchen keine Namen auf!

Wie heißt sie? Weiß ich nicht!

Wen heiratet sie? Ich dachte den Philosophen, aber der besucht sie irgendwann, als sie verheiratet ist. Kann er also nicht gewesen sein. Nein, es ist der Typ, der ihr vom Philosophen empfohlen wurde, weil er Geräusche aufnimmt und nachts im Radio spielen darf.

Dazwischen, zwischen: sie heiratet-bekommt ein Kind-zieht um, kommen komplett andere Informationen über Dinge, die rein gar nichts mit irgendwas zu tun haben.
Beispiel:
Erster Absatz über einen Ratschlag für Ehefrauen, die keine Romane lesen sollen, weil sie die Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens brauchen und sie falsche Vorstellungen vom Leben bekommen könnten.

Zweiter Absatz handelt von einem Besuch im Lebensmittelgeschäft, total banale Dinge, komplett uninteressant. Es passiert nichts.

Dritter Absatz dreht sich um die Schönheit der Herbstzeit, hängt auch nicht im Zusammenhang mit dem Einkauf, oder dergleichen, es steht da einfach allein.

Vierter Absatz, eine Begegnung eines Bekannten, auf der Straße. Ein Einstieg zu einem Rückblick.
Wieder kein Zusammenhang zu den anderen Absätzen, sie traf ihn auch nicht nach dem Einkauf.

Das waren zwei Seiten des Buchs.

Anderenorts im Buch schreibt die Autorin einfache Wörter hintereinander weg, wieder ohne Zusammenhang, ohne Sinn, ohne Verstand, ohne Poesie, ohne Reimform.
Einfach, mehr als eine Seite, Wörter.

Nach der Hälfte hatte ich dann keine Lust mehr.
Erst versuchte ich zu verstehen, zu entwirren, zu begreifen, aber wenn man dann merkt, es ist sinnlos, weil es wirklich keinen Sinn gibt, möchte man nicht mehr unbedingt.

Man rätselt immer wieder, wie und wo und was zusammen gehört, was was sein könnte, wer wer ist.

Anderes Beispiel.

Sie haben Ungeziefer im Haus, aber darüber spricht man nicht.
Kleine Mittel helfen nicht.
Kammerjäger ist überfordert, glaube ich, ich bin mir nicht mehr sicher, ob er überfordert ist oder wirkungslos.
Es darf keiner erfahren, weil dann keiner mehr Kontakt zu ihnen haben wollen würde.
Sie müssen ihre Wäsche immer wechseln, wenn sie raus gehen und waschen alles extern permanent.

Was für Ungeziefer es ist, wird nie erwähnt! Nicht einmal im Ansatz.

Sie ziehen weg, wegen dem Ungeziefer, aber erst nach unendlich vielen Buchseiten.

Ich kann gerne anspruchsvolle Bücher lesen, aber wenn es so mutwillig chaotisch ist, dann fühlt sich das Lesen an, als würde man auf ein Bild, dass von einem Affen gemalt wurde starren und zwanghaft versuchen etwas darin zu erkennen und in Wahrheit hatte es der Affenpfleger lediglich schnell und eilig hingeschmiert, damit er es dann für teuer Geld verkaufen kann, ohne überhaupt hingesehen zu haben, während der Herstellung.

Man kann in allem Kunst erblicken, wenn man es nur dringend genug möchte!




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