Freitag, 17. April 2020

Buchvorstellung: Kill Creek



Meine geliebte Leseratte drückte mir, als noch kein Corona ausgebrochen war, dieses Buch im Thalia in die Hand und ich musste es mitnehmen! Über 500 Seiten dick und ein Thema, was ich total spannend finde!

Ein Haus, das ausrastet und Böses tut!

Also stürzte ich mich in das Buch und hatte so richtig Lust auf Horror, Grusel, Ekel!

Naja hmm was soll ich sagen?

Enttäuscht war ich nun nicht direkt, aber ja, ich hatte mir ein wenig mehr erhofft :(

Es beginnt noch ganz nett, indem man zwei Autoren kennenlernen darf, die nicht irgendwas schreiben, nein, natürlich schreiben sie Grusel- bzw Horrorbücher.

Der eine hatte ein Trauma als Kind, man erfährt nicht genau was passierte, aber es hat mit einem Hausbrand und seiner Mutter zu tun.

Die andere Autorin schreibt irgendwie zwanghaft über brutale Folterszenen, die gerne mit Sex kombiniert werden, aber keine Sorge, davor erfahren wir nichts.

Insgesamt geht es um vier Autoren, jedoch treffen wir die anderen erst später im Buch.

Sam, der mit dem Trauma, hat ein super erstes Buch geschrieben und dann eine Schreibblockade und verdient erst einmal seinen Unterhalt, indem er Studenten an der Uni unterrichtet. Er wird noch mit am Meisten beschrieben und ist irgendwie so ein Golden Retriever Typ. Freundlich, knuddelig, kumpelhaft. Er soll sympathisch wirken.

Der Kontrast entsteht durch T.C. Moore, die brutal und blutig schreibt und von einem ihrer Bücher die Filmrechte verkaufte und Streit bekommt, weil der Film zu "kinderfreundlich" werden soll.

Dieser Einstieg ins Buch ist gelungen und macht noch Spaß, die Hoffnungen wachsen, dass es ein gutes Buch wird und auf der Rückseite steht sogar, es wäre ähnlich wie Shining von Stephen King.

Liest man dann weiter, wir lassen den Sprachstil beiseite, denn der ist recht schlicht, man gab sich nicht einmal die Mühe darauf zu achten, ob die Sätze immer wieder hintereinander die selben Wörter enthalten und dadurch womöglich lieblos wirken, und achten statt dessen nur auf den Inhalt.

Es ist ein recht flüchtiges Buch, ein Vergleich mit Stephen King ist nicht so übel, denn der bläst seine Werke auch auf, durch Passagen, die sich ziehen wie alter Kaugummi und ähnlich ist es hier auch, nur nicht ganz so extrem.

Es wird zu genau beschrieben, zu sehr wiederholt, zu wenig Fahrt aufgenommen und die Figuren sind leider recht klischeehaft.

Die unerbittliche Moore und der liebe Sam bekommen beide, unabhängig voneinander eine Einladung, ohne Namen, ohne Absender. Sie rätseln, ihre Manager nehmen Kontakt auf und es kommt heraus, sie sollen sich zu Halloween mit einem Typen treffen, der eine Webseite betreibt, auf der er Events vermarktet. Dabei geht es selten fair zu und für die Effekthascherei tut er alles.

Sam stimmt zu, weil er hofft, dadurch seine Schreibblockade zu lösen, denn das Treffen findet nicht irgendwo statt, sondern im Spukhaus schlecht hin! Im Finch Haus!

Um dieses Haus dreht sich das gesamte Buch, obwohl wir nicht sooo lange dort sein werden.
Der Aufbau, bis wir überhaupt hin kommen, dauert sehr viele Seiten und der Teil, in dem wir wirklich dort sind, ist nicht so groß und schlimmer noch, der  gruselige Teil, warum wir das Buch ja überhaupt lesen, ist auch nicht spektakulär lang.

Also Sam geht hin, Moore auch und dort treffen sie noch Daniel Slaughter, der anders als sein Name vermuten lässt, ein gläubiger Christ ist und Kinder Gruselbücher schreibt, die sie auf den rechten Pfade des Lebens leiten sollen.

Das erste Treffen ist auch nicht im Horrorhaus, sondern einer Bibliothek und als sie enttäuscht darüber, dass das Interview keine Einzelveranstaltung sein wird, sondern sie das Rampenlicht teilen müssen, gehen wollen, tritt das Urgestein, der Gott des Horrors ein, Sebastian Cole!

Er ist es, warum Sam überhaupt zum Autor wurde.
Er ist es, der DER Autor überhaupt ist!

Sie vergöttern ihn und bleiben nur wegen ihm da, ihrem Idol!

Die Interviews werden auch geführt, permanent läuft eine Kamera und werden Fotos gemacht usw.

So, ich mag nicht zu viel erzählen!

Das Buch wird gehypt, es hat tolle Kritiken, es wird mit sehr guten Autoren und Romanen verglichen, was ich nicht so ganz verstehe.

Ich finde es etwas lieblos offen gesagt.

Alles kommt so rüber, als würde es für den Showdown geschrieben und als Sprungschanze dafür dienen, nur dass der Showdown selber eher mäßig ist.

Gruselfaktor ist null, es ist nicht gruselig, tut mir leid.
Splatterfaktor bei ein paar Seiten hoch, aber so unrealistisch, man könnte meinen, der ein oder andere könnte in der Fortsetzung von Unbreakable mitspielen.

Das Ende ist irgendwie enttäuschend, zwar gibt es einen Twist, den man nicht so richtig erahnen kann, aber manche Protagonisten sind zu wechselhaft, haben keinen fortlaufenden Charakter und man fragt sich öfter: "Häää? Warum reagiert er nun so? Das passt doch gar nicht!"

Der Schreibstil nervte mich stellenweise sehr. Ich hasse es, wenn sich einfache Wörter, die man gut austauschen könnte, immer wiederholt werden.
Mag sein, dass es durch die Übersetzung verhunzt wurde und das Originale solche Fehler nicht aufweist.
Auch sind manche Sätze sehr wirr geschrieben, manchmal weiß man nicht einmal wer etwas zu wem sagt, dazu kommen die Charakter, die wie ein Fähnlein im Winde reagieren, so dass man nicht mehr genau durchblickt.

Es war ok.
Weiterempfehlen fällt mir etwas schwer, offen gestanden.

Es ist einfach zu lesen, macht keine Mühe, verbraucht kaum Aufmerksamkeit :)


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