Dienstag, 26. Mai 2020

Buch: Poppy




Triggerwarnung: In diesem Buch geht es um sexuellen Missbrauch von einer Minderjährigen


Poppy (deutsch: Mohn) ist ein kleines Mädchen, als sie mit ihrer Mama vorm Hochhaus steht, in dem bisher ihr Leben in Armut ablief, um wie im Film, von einer schwarzen Limousine abgeholt zu werden, in der nicht nur ihr neuer Papa sitzt, sondern die Chance alle Wünsche und Träume erfüllt zu bekommen. Leider heißt es gleichzeitig, dass sie ihre Kindheit aufgeben muss, denn Papa erwartet Gegenleistungen.

Es ist ganz klischeehaft. Er wird später sagen, sie habe damit begonnen, es war ihre Idee, er hatte sich lediglich darüber gefreut. Er wird es anfangs ganz unschuldig aussehen lassen: "Oh, wie setze ich dich denn am gemütlichsten in die Badewanne?" natürlich mit der Hand im Schritt.

Es ist hart zu lesen und lässt Tränen fließen, aber wenn man dann auf den letzten Seiten liest, dass es nicht erfunden war, dann kommen mit den Sturzbächen an Tränen, noch Wut und Trauer hoch, denn so wie es Poppy ging, geht es vielzähligen Kindern auch in diesem Moment. Vielleicht ist der (Stief-)Papa  nicht reich, vielleicht ist es nicht der Papa, sondern der Onkel, Nachbar oder Sportvereinleiter, vieleicht nicht einmal ein Mann, sondern eine Frau.
Allen gemein würde ich sagen ist, dass man es hat bemerken können, wenn man das Verhalten seines Kindes aufmerksam betrachtet und nicht einfach mit Ausreden abtut, wenn man hinsieht bei einer Veränderung und hinterfragt, auch mal hartnäckig wird, wenn man so ein Bauchgefühl hat.




Meine geliebte Leseratte fragte mich, warum ich das Buch lese.  Anita Blake (eine andere Romanfigur von Laurell K. Hamilton) sagte immer: "Wenn Du stark genug warst es zu ertragen, muss ich stark genug sein um hinsehen zu können!" und so sehe ich es auch. Wenn Poppy stark genug war es zu ertragen, muss und kann ich stark genug sein um es zu lesen und umso mehr Menschen es lesen, umso bewusster werden sie hoffentlich im Umgang mit diesem Thema, denn es wird immer Bestand haben.
Poppys Mama hat bewusst weggesehen, vielleicht war ihr das Geld lieber? Vielleicht wollte sie es nicht glauben? Vielleicht war es ihr egal? Da kann sich jeder sein eigenes Urteil bilden, denn erfahren werden wir es wohl nie.


Schaut hin, genau hin und lieber einmal zu viel gefragt, zu viel vermutet, als eine Kinderseele die auch nur einen Tag länger misshandelt wird.




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