Freitag, 1. Mai 2026

Bucket List Haken

Herzlich willkommen zurück, nach so langer, langer Zeit.

Setz dich erst einmal in Ruhe hin, genieße einen Iced Coffee, das Wetter schreit geradezu danach, und mach es dir gemütlich. Atme mal tief durch und genieße den Moment.

Ich habe schon wieder, mal wieder, ewig nicht geschrieben, aber nun gab es sogar sehr gute Gründe dafür!

Wer mich ein wenig kennt, weiß, dass ich seit über 15 Jahren Build-a-Bear-Fan bin! Großer Fan!

Als ich damals meine FAP-Diagnose bekam und erkannte, dass eine Zeit angebrochen ist, in der es nie mehr ohne Krankenhausaufenthalte gehen würde, fand ich meine Passion :)

Eigentlich wollte ich lediglich für meine Kinder je einen Teddy machen. Sie bekamen eine Sprachnachricht von mir in die Pfote: „Ich hab dich lieb, mein Schatz / mein Engel, schlaf gut und träume süß!“

Ich selber gönnte mir eine Pawlette und von meinem nun Ex-Mann eine Sprachnachricht, auf der er sagte, dass er mich liebt.

Als ich fortan regelmäßig ins Krankenhaus musste und bedeutend weniger zu Hause war, waren unsere Plüschtiere Gold wert! Ihre Bedeutung wuchs, gerade für mich, umso schlechter es mir ging.

Jayne, wie meine Pawlette getauft wurde, kam immerzu mit. Sie hatte ihr eigenes Krankenhaus-Outfit und war sogar mit im OP dabei, auf der Intensivstation, überall.

Mal wachte ich auf, und sie hatte Handschuhe angezogen bekommen und andere süße kleine Scherze.

Leider schlossen nach und nach die Build-a-Bear-Shops, und ich kaufte nur noch Secondhand, bis ich für Leseratte einen Teddy erstand und ihm zwar Sachen genäht hatte, aber noch mehr wollte.

Als es nur um mich ging, kam ich nicht auf die Lösung. Allerdings, als es um seinen Teddy ging, da hatte ich einen Geistesblitz. Ich kenne eine Stewardess! Ich bat sie doch bitte, wenn sie wieder in Amerika ist, einmal in einem Store vorbeizuschauen. Im Internet hatte ich mir schon zusammengesucht, was ich uuuuunbedingt brauchte, unter anderem die Game-Controller! Und sie war so lieb, sie schickte mir lauter Bilder und fragte, was ich noch möchte. Es war toll! Zwar war ich nicht selber vor Ort, jedoch ein kleines bisschen schon irgendwie :)

Lustigerweise schnappte ihr ein Junge den letzten Controller vor der Nase weg, und das war ein sehr glücklicher Zufall, denn so lernte ich die Build-a-Bear-Community bei Facebook kennen und lieben. Jemand, ein sehr lieber Mensch, bestellte mir in England den Controller und noch ein paar Kleinigkeiten, und daraus entstand eine schöne Freundschaft, die ich nicht missen möchte, und eine kleine Teddysucht, denn so konnte ich neue Mitbewohner adoptieren, wie z. B. meine liebste Holly!



Ich bekam eine Einladung zum Vorstellungsgespräch, und als ich heraus war, rief ich sofort Leseratte an und erklärte, dass das eh nichts wird. Ich war mir zu 100 % sicher.

Tja, bis eine Mail mit meinem Vertrag kam. Ich konnte es nicht glauben! Ich ging wirklich die ganze Zeit davon aus, dass ich nicht genommen werde. Ich habe keine Erfahrung vorzuweisen, außer meine Liebe zur Marke, zu den Teddys, dass ich den Umgang mit Kindern und Menschen allgemein liebe und so viel zu geben habe. Ich war dankbar, total glücklich und dachte mir, egal wie es läuft, ich war wenigstens dabei!

Diese Einstellung behielt ich auch, selbst als ich Vollzeit arbeitete und jeden Abend einfach nur müde ins Bett fiel, während mir wirklich mein gesamter Körper, jeder Millimeter, schmerzte, weil ich es nicht gewohnt war, weil ich so viel tanzte und hüpfte, weil ich so gerne die Herzzeremonien machte.

Falls Du es nicht weißt: Build-a-Bear ist mehr als nur ein Spielzeuggeschäft. Du kommst rein, wirst freundlich begrüßt, es herrscht (sollte jedenfalls so sein) eine tolle Stimmung, und Du erschaffst deinen persönlichen Kuschelfreund, für ganz besondere Abenteuer, speziell für Dich zusammengestellt. Du wählst einen Kumpel aus, entscheidest Dich, was in ihn hinein soll, denn es kann eine Sprachnachricht sein von dir, einem Menschen, der Dir lieb ist und dabei ist, oder vom Handy aus eine Tonaufnahme, vollkommen egal! Oder einen Herzschlag oder ein leuchtendes Herz oder einen Duft, es gibt verschiedene. Danach füllst Du ihn mit jemandem vom Personal zusammen, und dann kommt die Herzzeremonie! Er wird zum Leben erweckt, und dafür muss man viel herumhampeln, tanzen, springen und Eigenschaften hineinlegen, die dir wichtig sind. Am Ende wird noch ein persönlicher Wunsch in Gedanken gesprochen, und schon kommt das kleine Stoffherz in deinen Plüschkumpel rein. Danach wird er verschlossen, und Du kannst ihn anziehen, es gibt jede Menge Klamotten und Accessoires. Am Ende bekommst Du sogar eine Geburtsurkunde!

Ich liebe das Konzept nach wie vor!

Ich war so glücklich!

Komplett k. o. und erschöpft, aber vollkommen zufrieden, und dafür bekam ich sogar noch Geld! Hobby zum Beruf gemacht, und mir wurde von allen Seiten, Kollegen, Kunden, andere Verkäufer aus benachbarten Geschäften, genau das gespiegelt, wie glücklich ich wirke und dass ich voll hinter der Sache stehe.

Leider kann es manche Menschen überfordern, und ich möchte nicht ins Detail gehen, nur so viel: Ich habe gekündigt. Ich ertrug einen gewissen Umgang nicht mehr und habe mich entschieden, auf meine mentale Gesundheit zu achten.

Schade.

Aber!

Vorher habe ich so viel von meiner Bucket List streichen können!

Ich habe meine eigenen Plüschies gefüllt!!!

Ich habe als Pawlette meine Pawlette geknuddelt!

Ich habe Kunden glücklich gemacht, mit ihnen gelacht, auch mal geweint, wurde stürmisch von Kindern geknuddelt, habe gesagt bekommen, dass sie unbedingt auch mal so werden wollen, und immer wieder, wie toll ich es mache und dass man merkt, wie glücklich es mich macht.

Das kann mir keiner nehmen.

Das ist unbezahlbar.

Das sind unauslöschliche Erinnerungen.

Dafür bin ich so dankbar!

Ich hatte leider keine Zeit mehr für andere Dinge. Ich stand morgens auf, machte mich fertig, bereitete mein Essen vor, fuhr los, arbeitete, fuhr abends heim, hatte kaum Energie zum Kochen selbst eine Pizza in den Ofen schieben kann anstrengend sein, und dann ging es schon ins Bett und von vorne los.

Ich habe mein eigenes Zimmer voller Utensilien. Wahrscheinlich bin ich mindestens so gut ausgestattet wie ein hauptberuflicher Künstler. Ich habe meine Malsachen, Nähsachen, tausende Bücher und nun wieder Zeit und hoffentlich Muse dafür :)

Mal sehen, was mir das Schicksal noch so ins Leben spült!

Ich bin wirklich sehr gespannt!


Und irgendwo da draußen lebt ein roter Dino mit meiner Stimmaufnahme, mit der ich der Besitzerin Mut mache, wenn sie gerade leider weniger an sich glauben kann, und das macht mich stolz!

Diese Momente erfüllen mich, wie es sonst kaum etwas kann.

Es war schön :)

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