Donnerstag, 7. September 2017

Billige Wolle, gegen Zahnspangenlangeweile

Meine Damen bekamen heute ihre festen Zahnspangen eingesetzt, was bedeutet, das wir laaaaaaange herum saßen.

Meine Jüngste meinte auf einmal ihr sei kalt, wobei mich das nicht wunderte, saß sie bei Herbstwetter mit einem Ventilator vor der Nase im T-Shirt auf dem Behandlungsstuhl, also ging ich kurzer Hand in den Kik direkt unter der Praxis, kaufte ihr einen dünnen Pulli, eine Art Strickjacke vorne offen und entdeckte dabei Wolle.

Eigentlich mag ich Billigwolle nicht, gar nicht, null! Ich gebe ein Vermögen für Wolle aus, weil ich mir denke, wenn man viel Zeit in etwas investiert, soll es lange halten, also gebe ich lieber mehr Geld aus und hoffe das es dadurch nicht so schnell kaputt geht.

Hmm die Wolle fühlte sich ganz flauschig an und hmm kostete ja quasi nichts und *seufzt* mal eben aus so dicker Wolle eine Mütze häkeln geht doch auch super schnell... falls die nicht lange hält ist das doch auch ok?

Also nahm ich zwei Knäule je 1,99 Cent, dazu ein Doppelpack Häkelnadeln zu 0,99 Cent und ging wieder hoch.



Erst zog ich meine kleine Maus an, die sich riesig freute weil ich ihren Geschmack traf und ihr beide Teile gut gefielen und dann setzte ich mich hin und überlegte.
Ich wollte keine schnöde öde Häkelmütze machen, kein aufwendiges Muster und als ich bei Pinterest ein wenig herum stöberte, fiel mir eine Mütze ins Auge, für die man im Grunde keine Anleitung braucht.




Ich machte einen Magic Ring, darin glaube ich sechs halbe Stäbchen und ab dann in Spiralrunden halbe Reliefstäbdchen.

Die übliche Mützenformel:

1. Runde jede Masche verdoppeln
2. Runde jede 2. Masche verdoppeln
3. Runde jede 3. Masche verdoppeln

und so weiter.

Eine schöne allgemeine Mützenrezeptanleitung für Häkelmützen findet man beim Ribbelmonster.

Besonders schön finde ich, das es im Prinzip eine Wendemütze wird und von innen aussieht wie gestrickt, von außen schön die Spirale, dank der Spiralrunden erkennbar bleiben

Also einmal von außen:






 und nun von innen:





Für geübte Häklerinnen ist das quasi schon eine Anleitung genug, wer noch Fragen hat, immer gerne her damit!


Mittwoch, 6. September 2017

Sonne braucht der Mensch und Liebe...

... der Rest ist dann unwichtig *schmunzelt glücklich*



Das Bild ist vor hmm sechs Wochen etwa entstanden, in einem Wald, liegend, auf einer Picknickdecke. Ein schöner Moment, ein schöner Tag, in sich vollkommen und besonders.

Man sollte ekelige Gedanken immer mit guten wieder aufwiegen, oder?

Gestern war ein seltsamer Tag, vormittags so schön und wundervoll, nachmittags total wääääh!

Vormittags eine schöne Zeit mit meinem Partner gehabt, nachmittags war ich bei meiner Anwältin und hatte nur blöde Info's bekommen, danach Einkaufsstress und abends gemischt. Die Telefonate mit meinem Partner waren die Ruheinseln, dazwischen nervte mich wieder was ich bei der Anwältin erfahren hatte.

Wenn man sich scheiden lässt und der andere bekommt seinen Arsch nicht hoch und macht nichts, kann es nach dem Trennungsjahr zusätzlich noch zwei Jahre dauern, bis man geschieden wird.

Toll oder?!?

Ausnahme?

Man erwartet ein Kind oder möchte wieder heiraten.

Naja, was solls, kann man nicht ändern, man sollte sich allerdings auch nicht seine Lebenszeit von so etwas vergiften lassen.

Schauen wir lieber das Sonnenwaldlichterbild oben an, ein schöner Moment, ein ruhiger und friedvoller, viel besser als an irgendwelche Menschen zu denken die einem das Leben schwer machen.

Ich bin glücklich, ich ruhe in mir, mir geht es gut. Das ist viel wichtiger, als etwas was man nicht ändern kann, an sich heranzulassen.

Gedanken über den Speiseplan der nächsten Tage, weil meine Kinder ihre festen Zahnspangen bekommen und dann nicht so gut kauen können, das ist auch ein schöner Gedanke. Man kann durch Essen so viel Liebe ausdrücken und zeigen, wie zb einen Nudelsalat machen, weil man weiß das seine Liebste ihn mit ihrer fehlenden Mutter verknüpft hat, um ihr etwas Gutes zu tun.

Ich glaube, wenn man aufrichtig liebt und geliebt wird, kann einem nichts mehr richtig etwas anhaben, weil man weiß das der andere da ist, immer da ist, egal was da kommt und das einem dieses gemeinsame Sein nicht genommen werden kann und so ist alles andere hmm vielleicht nicht unwichtig, jedoch ungefährlich und ein Stück weit egal.

Was solls wegen der Scheidung, ich habe so viel mehr als mein gerade noch so Mann und ich bin so zufrieden und glücklich, das kann er mir nicht nehmen, nicht zerstören, also egal.

*schaut nochmal das Waldlichtersonnenbild an, erinnert sich an den Moment und ist happy*



Samstag, 2. September 2017

2h können alles verändern

Ich hatte eine on/off Beziehung, es war ein ewiges hin und her und ganz ehrlich, man muss zugeben das man bei jeder Trennung etwas dazu gelernt hatte, sich etwas entwickelt hatte und einen Schritt weiter kam, jedoch folgt irgendwann der Punkt wo man merkt, das geht so nicht, das macht jetzt beide kaputt und es bringt zu wenig, es kann so nicht weiter gehen.

An dem Punkt rissen wir einen Schlussstrich.

Wenn ich jetzt versuche zu rekonstruieren was dann nach etwa zwei Wochen passierte, scheitere ich ein ums andere mal. Ich bekomme es nicht in Worte gefasst.

Wenn man diese komischen Muster ansieht, hinter denen sich ein 3D Bild verbirgt das man nur erkennt, wenn man ein wenig schielend darauf starrt und jemanden das erklären möchte, jedoch der andere nichts kapiert, so in etwa würde es mir gehen.

Er kam auf mich zu, er hackte auf meine Seele ein und im Prinzip waren es doch nur wenige Kleinigkeiten die dann eine riesen Welle los brachen.

"Weißt Du eigentlich wie sehr ich Dich liebe?"
 Wenn das jemand sagt, mit dem man das gesamte letzte Jahr praktisch durch stritt, kommt man schon ins Grübeln. Wie sehr muss man jemanden lieben, als das man sich die Mühe macht und viel Leid auf sich nimmt, nur um eine Beziehung zu führen, die genau genommen zu dem Zeitpunkt nicht einmal wirklich eine war?

Denn ich dachte nach, dachte viel nach. Ich musste mich entscheiden zwischen einer neuen Weggabelung des Lebens. Auf der einen Seite er, der ein Jahr um mich kämpfte und etwas in mir sah, wo ich selber nicht wusste was es war und einem Neubeginn.
Ich wusste ganz genau, wenn ich die eine Richtung einschlage, gibt es kein zurück, wenn ich die andere einschlage ebenso wenig.

Ich hasse Entscheidungen.

Ich kam aus einer 15 Jahre langen zerrütteten, kaputten Ehe. Es haben sich sehr viele Trigger (Auslöser) eingeschlichen in mein Denken. Mein "Neuer" hatte keine wirkliche Chance von mir bekommen, dauernd sah ich in seinem Verhalten meinen noch Mann und fühlte mich erinnert, dauernd griff ich vor, hatte ihn in meinem Denken schon vorab abgestempelt und reagierte dementsprechend, allerdings sah ich es nicht selber, kein Stück! Er warf es mir vor und auch darin erkannte ich nur meinen noch Mann, der mir an allem die Schuld gab. Es war, als hätte ich ein Bild vor Augen, als das ich meinte ihn zu sehen, aber er stand dahinter, vor mir verborgen.

Dadurch das er auf meine Seele einhackte, aber gleichzeitig sagte "Weißt Du eigentlich wie sehr ich Dich liebe?" stieß er etwas an in mir. "Warum macht er sich die Mühe? Warum lässt er sich das so lange gefallen? Warum ist er dennoch da und versucht mich zu überzeugen das er der Richtige ist? Nur mal angenommen, er liebt mich wirklich so sehr..." und so kam eines zum anderen und ich habe in 2h alles durchdachte, wichtige Situationen die aus meinem damaligen Blickwinkel komplett falsch liefen. Ich schrieb ihm bei Whats App meine Gedanken, wollte nicht das er antwortet oder so, einfach nur hmm ich wollte meine Gedanken mitteilen während ich sie denke, etwas das keiner sieht oder hört sichtbar, hörbar machen, ging alles nach und nach durch und begriff dabei: "Wow! Eigentlich hat er Recht gehabt?!? Kann das sein? All die Monate lag ich so falsch?"

Es öffnete mir die Augen.

Auf einmal erschien alles in einem vollkommen anderen Licht und ergab auch noch Sinn!

Naja, das löste allgemein viel, ich kam sogar dahinter worin die wirklichen Auslöser bestanden und konnte und kann alles objektiv betrachten.

Mir geht es nun so viel besser, als hätte sich ein riesiger Pfropfen in mir  gelöst, als wäre dadurch eine gigantische Sickergrube leer gelaufen und hat mich frei denken, frei fühlen lassen, alles viel klarer, reiner und intensiver.

Es löste auch nicht in mir alleine etwas, auch bei meinem Partner (ab wann schreibt man Lebensgefährte?) entstand eine Entwicklung und wo wir uns von Anfang an sicher waren, füreinander perfekt zu sein, wo wir uns immer fragten, warum es Himmel noch eins dennoch nicht funktioniert, ist nun alles perfekt, fügte sich alles so ineinander, wie es immer hätte sein müssen, wie es quasi unsere Bestimmung ist und man sieht auf einmal auch andere Lebensbereiche neu und anders.

Ich bin entspannt wie unendlich lange nicht mehr. Früher sagte meine Schwester zu mir: "Ich weiß gar nicht wie Du das machst? Nichts bringt Dich aus der Ruhe." das zb ist komplett zurück, ich bin die Ruhe in Person, bin auch nicht mehr bereit mich zu belasten mit Dingen, die umgänglich wären. Warum soll ich meinen inneren Frieden stören lassen?

Ich habe mein Leben komplett entschleunigt und bereinigt, bin noch immer dabei und wo ich vorher mit Input auf mein Hirn einhämmerte, genieße ich nun die Ruhe und Stille, merke direkt wenn es mir zu hektisch und laut wird und gehe zurück, bis ich wieder meine Ruhe und Stille empfinde. Es ist mir wichtig und mit nichts aufzuwiegen.

Ich habe die schönste, vollkommenste Beziehung die man sich wünschen, denken, ausdenken und vorstellen kann. Ich habe meinen Seelen-Buddy gefunden *lach*

Ich bin einfach glücklich, zufrieden und auch wenn ich dennoch andere Probleme habe, so sind sie nun unwichtig geworden, weil ich weiß wie gut es mir mit meinem Mr. Perfect geht. Was kann mir von außen passieren, wenn ich innerlich strahle und weiß ich stehe nicht alleine da?

Wir haben so ein schweres Jahr hinter uns, er war dennoch immer für mich da, was soll noch passieren, was kann noch kommen, was könnte uns noch mehr schade, als meine vorherige Blindheit? Nichts :) und das beruhigt mich persönlich ungemein.

Ich liebe Dich umso mehr und sehe Dich klarer denn je und bin Dir unendlich dankbar, weil Du mich schon immer erkannt hast und nicht aufgeben wolltest.

Es tut mir um die Monate leid, um das was ich Dir dabei zumutete und antat, aber es führte uns da hin, wo wir nun stehen und ich möchte es nicht ungeschehen machen :)

Danke das Du da warst, da bist, da sein wirst!


Mittwoch, 30. August 2017

Nackedei -> Flitzer -> Nudist

Die Wharheit über Nacktheit

Dieser Text prodelt schon recht lange in mir, dennoch ist es genau genommen ein heikles Thema über das ich mit nicht wenigen Menschen sprach, viele Meinungen hörte und ja, sie fächern sich außeinander in alle Richtungen.

"Warum fühlen sich manche Leute von nackten Menschen gestört? Wären wir angezogen zur Welt gekommen, könnte ich es vielleicht noch verstehen..."

Tja das dachte ich mir als ich mehrfach in der Zeitung bzw bei Facebook Artikel sah, über Personen die in der öffentlichkeit nackelig herum irren, denn so wie es sich liest, haben sie kein Ziel.

Das Thema Nackheit ist für mich zu einer Art Muse geworden über einige Jahre, weil es hier und da aufpopt und mich ein ums andere mal verwirrt.

Nicht missverstehen, ich muss nicht nackt durch die Gegend laufen, das kann machen wer es möchte, es ist nicht mein Bedürfnis, aber ich verstehe den Anstoß daran nicht!

Wir kommen nackt zur Welt.

Nochmal!

Wir kommen nackt zur Welt!

Das ist natürlich, es ist normal!

Als Babys sind wir nackt putzig und niedlich und wir dürfen auch bis zu einem gewissen Alter weiterhin nackig herum spielen, machen und tun. Ab wo ist denn bitte der Schnitt? Ab wann darf man es nicht mehr?

Scheinbar ist die Zeitspanne in meinen Jahren auf der Erde ohnehin geschrumpft, denn auch jetzt sind die Kleinsten schon immer angezogen.

Nein ich sehe Kinder nicht gerne nackt, es ist mir schlicht und einfach egal, das ist nicht der Punkt.

Als ich klein war, war es normal das man bis weit ins Kindergartenalter nackig schwimmen ging, es gab einen FKK Bereich am See, der war umzäunt, da gab es Gucklöcher in der Hecke, natürlich auf Augenhöhe von Kindern, die da interessiert und neugierig durchschauten und ja, ich kann mich selber davon nicht frei sprechen.

FKK gibt es hier z.B. meines Wissens nicht bzw wird von ein paar geheimen Ecken gemunkelt. Obwohl, nein eigentlich stimmt das so nicht, eigentlich ist ja jede Sauna ein FKK Bereich und ich gehe gerne in die Sauna und nein, nicht wegen der Hitze und dem Wasserdampf, sondern zum einen wegen der Ruhe (keine blökenden Kinder) und zum anderen hmm *schmunzelt vor sich hin* bist Du mal nackt geschwommen? Dann kennst du meinen wahren Grund. Oder stell Dich mal nackt in den Sonnenschein, spüre den Wind auf der Haut, die Wärme. Es ist einfach ein intensives und angenehmes Gefühl. Es ist nichts sexuelles, nichts erotisches, sondern zu tiefst natürliches und somit sind Leute die meinen "Igitt! Das geht ja mal gar nicht!" Die wahren Ferkel, denn die haben ihre dreckigen Gedanken, wenn sie so reden, nicht ich!

Oft wird auch angeführt das Kinder das nicht sehen sollten. Warum? Daheim laufen nach wie vor die Eltern nackt vom Bad ins Schlafzimmer, oder gehen in eine Sammelumkleide und ja, der verkappt perverse Ort (vorsicht Ironie) Schwimmbad ist ohnehin ein wahrer Sündenpfuhl! Nicht nur eine Sammelumkleide wird dort geboten, die früher nicht einmal geschlechtsgetrennt war, heute jedoch schon, sondern manche ziehen auch noch unter der Dusche blank!

Aber mal im ernst, wir erziehen im Grunde die Kinder dahin, das sie es als unnatürlich und ekelig ansehen. Klar haben sie ab einem gewissen Alter ein Schamgefühl, aber vorsicht, selbst das ist genau genommen anerzogen, wie andere Kulturen beweisen.

Der Vater meiner Kinder und die Kinder waren mal Eis essen, kamen zurück und ich fragte wie es denn war.
Mein Sohn war hm ich weiß es nicht mehr genau, etwa 10 Jahre alt und

er erzählte: Mama da war eine nackt!
ich fragte: Oh war sie wenigstens hübsch?
er antwortete: Nö, sie hatte viel zu kurze Beine.

Daran erkennt man wunderbar die Unschuld eines Kindes, denn er wurde nicht rot, er schämte sich nicht, er hatte sich scheinbar ihre Beinlänge eher gemerkt, als ihre Brüste, denn Kinder sind nicht verdorben, sie sehen nicht überall Sexualmerkmale, sondern Natur, so wie es eigentlich und ursprünglich auch sein sollte, also warum behaupten dann Erwachsene das Kinder so etwas nicht sehen dürfen?

Wir reden hier von normalen nackten Menschen, ohne Errektion, ohne Intimpiercings, die warum auch immer meinten z.B. nackt spazieren zu gehen und dann von der Polizei aufgegriffen wurden.

Was ist denn an der Natürlichkeit genau das Verbrechen?

Ich lese gerade das Buch: Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden (was für ein Titel!) und auch darin heißt es, er war kastenlos und trug keine Kleidung, nur die die in Kasten geboren waren trugen welche.
Man liest es, es ist normal, dort ist das so, man akzeptiert es, keiner nimmt Anstoß daran.

Hier ist es pervers, ekelig, gehört sich nicht, all das für eine Sache die die Natur vorgesehen hat. Wow!

Auch ich sah hier und da jemanden nackt herum laufen, auch in der Stadt, einfach so, oder beim Spaziergang unterwegs, oder oder oder.
Man grüßt, lächelt normal, geht weiter.

Wenn er meint er möchte nackt sein, dann ist es für ich genau das selbe, als wenn er meint er müsse einen feinen Anzug tragen, oder Frauenklamotten, oder eine Jeans oder einen Blaumann.

Wer bin ich, als das ich über die Kleidung bzw das Fehlen der Kleidung zu urteilen habe?

Möchte ich das andere über mich, über mein Leben urteilen?

Beanspruche ich nicht selber auch, das andere mich mein Leben leben lassen?

Kann ich dann nicht auch weg schauen, wie wenn jemand etwas an hat das ich nicht mag und nicht ansehen möchte?

Oder ist es nicht viel mehr so, als das sich die gestört fühlen, die es selber am interessantesten finden, es ihnen dadurch massiv schwer fällt wegzusehen und sie sich alleine schon durch genau diese Tatsache so gestört fühlen, weil sie sich eingestehen müssten, hinsehen zu wollen? Womöglich sogar neidisch sind, weil der andere etwas macht, den Mut hat und sie selber nicht?

Interessanter Blickwinkel oder?


Donnerstag, 17. August 2017

Schuldgefühle wegen fehlendem Trennungsschmerz

Liebe ist ja ein sehr spezielles Thema finde ich immer. Ab wann ist es Liebe, ab wann hat man jemanden lieb, ab wann liebt man jemanden und so weiter, alles Gefühle die ineinander übergehen und oft auch Unverständnis ernten.

Ich bekam als Kind eine Puppe geschenkt, meine Annemarie und vergötterte sie. Ich war die aaaaaaaaallerbeste Puppenmutti die man sich vorstellen konnte und so passierte es, dass ich zum nächsten Geburtstag von einer Freundin der Familie eine ähnliche Puppe geschenkt bekam, etwas kleiner, aber ähnliche Frisur und so weiter. Ich heulte Rotz und Wasser!

Alle rätselten herum was der Grund sein könnte, was los ist, bis ich wimmernd aufklärte: "Ich habe meine Annemarie sooooo lieb, so lieb kann ich keine andere haben und dann tut mir die neue Puppe leid."

Auf mich wurde mit Engelszungen eingeredet das es ja die kleine Schwester von Annemarie sein könnte und das alle Eltern ihre Kinder gleich lieb haben und so weiter, allerdings war es vergeben. Für mich stand fest, es gibt nur Annemarie und daneben keinen Platz für eine andere Puppe.

Eigentlich hielt sich das quasi in meinen Beziehungen auch immer. Wenn ich jemanden hatte, war der meine Nummer eins und an fremd gehen oder dergleichen war nicht zu denken.

Selbst in meiner 15 jährigen kaputten Ehe hatte ich keine Augen für jemand anderen, egal wie sehr ich meinen noch Mann verabscheute und wie wenig ich für ihn empfand, er war dennoch mein Mann.

Einmal überredete mich eine Freundin zu einem Date mit jemand anderen, ein sehr netter Mensch und wir tranken Kaffee zusammen und mehr ging nicht, obwohl ich innerlich von meinem Mann schon getrennt war. Ich konnte einfach nicht. Wir haben noch Kontakt und er sagte im Nachhinein mal das ich sehr kalt und distanziert rüber gekommen wäre. Klar, ich fühlte mich auch unwohl und erzählte meinem Mann hinterher davon.

Wie auch immer, ich war sehr loyal und einschienig unterwegs.

Ich weiß ja nicht in welchen Kreisen sich andere bewegen, ich kenne Leute die nicht monogam leben, also nicht fremd gehen, sondern offene Beziehungen führen und eigentlich war ich immer ein Mensch der das akzeptieren kann, aber wusste das das nie was für mich ist.

Nachdem ich meinen Mann allerdings heraus geworfen hatte, jetzt etwas länger als ein Jahr her, stand ich da und überlegte wie es weiter gehen soll. Ich meine man steht nach 15 Jahren da, hat die Welt offen und kann machen was man möchte!
Möchte man überhaupt eine feste Beziehung? Doch lieber etwas lockeres? Oder eine Freundschaft plus? Wie mir gesagt wurde hat die Jugend eher lauter Freundschaften plus... man hat die freie Wahl! Das ist wundervoll, aber auch verwirrend.

In meinem Leben spielen Zufälle immer eine große Rolle und diese große Rolle schenke ich ihnen auch gerne, ich warte also manchmal ab was in mein Leben geschwemmt wird und was man damit anfangen kann.

Also ging ich in einen Chat, in dem ich lange nicht mehr drin war, eigentlich um einen bestimmten Menschen zu finden und ein wenig zu quatschen, dabei schrieb mich jemand anderes an und eigentlich antwortete ich keinem, jedoch war das so plump (sorry falls Du das liest und Dich wieder erkennst, Du weißt ich schätze Dich sehr wohl!) als das ich mich gezwungen sah etwas blödes zurück zu schreiben und daraus wurde mehr, etwas lockeres, etwas fluffiges, angenehmes, perfektes für den Moment und ich schaue noch immer sehr gerne darauf zurück, schütze diese Erinnerungen in einem Schatzkästchen und bin froh das ich sie habe.

Danach schwappte mir der Zufall jemanden ins Leben am  Tag und Monat meiner Lieblingszahl. Jemand der genau das wollte von dem ich Jahre träumte und es gab noch so viele andere Übereinstimmungen. Ein Jahr lang waren wir nun zusammen, planten mehr, planten ein gemeinsames Leben, planten, planten, planten, aber nebenher war unsere Beziehung recht vergiftet, recht geschädigt. Wir stritten dauernd, heftig, ausgiebig. Es war genau genommen keine so gute Beziehung wie sie hätte sein können, sein sollen, leider.

Wir hatten hier und da eine kleine Trennung und einmal eine längere, in der ich jemanden besonderen kennen lernte. Der kleine Seelenfänger liest das hoffentlich nicht *lacht* und dieser Mensch ist nicht monogam, sagte es direkt und stellte mich vor eine Aufgabe, denn nicht nur das Thema monogam und so weiter stand auf einmal im Raum, sondern alleine auch die Tatsache, das ich so frisch nach einer Trennung von einem Menschen den ich wirklich liebte, jemand neuen so toll finden konnte machte mir zu schaffen!

Ich hatte für mich entdeckt, selbst wenn man einen Menschen wirklich liebt, kann man Gefühle für jemand anderen hegen und schlimmer noch, ich war nicht einmal eifersüchtig, wenn der andere nicht monogam ist. Was war da los?

Vielleicht wird man einfach toleranter und offener umso älter man wird? Ich weiß es nicht.
Nach der Trennung kamen wir dann wieder zusammen und ich bekam Vorwürfe zu hören alá "Wie konntest Du, Du hast mich nicht richtig geliebt!" und ähnliches.

Ist das so?

Nö!
Man kann jemanden lieben, jemand anderen kennen lernen und auch für den Gefühle entwickeln, wenn man offen bleibt, wenn man ein offenes Herz hat, wenn man es quasi nicht kategorisch verschließt, sondern begriffen hat, man kann nur gewinnen!

Ein Freund der auch nicht monogam lebt sagte mal dazu: "Es ist ein tolles Gefühl, wenn sie zu Dir zurück kehrt, freiwillig, weil sie Dich liebt und Du sie nicht festhalten musst, was Du eh nicht kannst."
Der Seelenfänger sagte mal: "Bitte pass auf das Du mich nicht erdrückst."

Man muss quasi open minded sein, verstehen das man einen geliebten Menschen nicht festhalten kann und umso mehr man jemanden fest hält, ihn umso eher verliert, weil man ihn erdrückt.
Man muss begriffen haben, das man andere ohnehin nicht fest halten kann und wenn jemand sich zu jemand anderen hingezogen fühlt, ihn nicht aufhalten kann. Nicht umsonst gehen so viele Leute fremd, da ist es mir doch lieber mein Gegenüber geht offen damit um, vertraut mir, sagt es mir und wenn er mir zb nicht mehr genug Gefühle für mich übrig hat, tja dann habe ich doch im Grunde das selbe, als wenn man sich so oder so trennt, weil man sich weiter entwickelt hat, in verschiedene Richtungen. Da ist mir Offenheit und Ehrlichkeit lieber, als das man mir ins Gesicht lügt und etwas vor gaukelt.

Naja, nun haben wir uns wieder getrennt und es ist ok, ich wollte es selber so, ich sah keine mögliche Zukunft mehr. Klar weint man anfangs und leidet, aber wie lange? Das ist doch sehr individuell. Man kann doch nicht an einer Heulphase aus machen, wie sehr man jemanden liebte.

Ein gaaaanz lieber Freund *wink zu Chrischan rüber* dem ich auch diesen Beitrag aus ganz vielen Gründen widme, fragte mich wie es mir geht. Und was soll ich sagen, ich sehe diese Frage nicht als Phrase, sondern antworte so gut es geht ehrlich. In dem Moment war es ein: "Erschreckend gut!"
Ich fand es wirklich erschreckend, das es mir gut ging, wenige Tage nach einer Trennung von einem Menschen, den ich wirklich und wahrhaftig liebte. Ich saß da und bekam Schuldgefühle. Darf es einem gut gehen?
Er kennt mich, weiß wie ich ticke und sagte: "Hey, es darf Dir gut gehen! Du hast Dich getrennt, nicht ohne Grund und wenn man sich trennt aus Gründen, dann ist es doch normal das es einem danach besser geht, man erleichtert ist und es einem gut geht, also genieße es! Himmel genieße es einfach!" Sinngemäß wiedergegeben jedenfalls.

Seit dem habe ich das im Ohr, immer wenn ich da sitze, es mir gut geht und ich denke: "Man das ist nun x Tage her, eigentlich müsstest Du leiden?" Nein, warum denn?
Klar ist es traurig wenn man jemanden liebt und entdeckt das es aus guten Gründen nicht weiter geht, das man sich nicht gut tut und nicht glücklich ist und die ganze Beziehung nur noch besteht, weil beide darum kämpfen, ein Kampf der manchmal aussichtslos ist. Aber es gibt ja Gründe für eine Trennung und klar geht es einem dann besser, wenn diese Gründe weg fallen.

Es ist wie eine Achterbahn, es geht einem gut, im nächsten Moment liegt man mal wieder am Boden seelisch gesehen, auch das ist normal, ok dann dreh Dich auf den Rücken und schau in den Himmel, wenn ich mir das vorstelle geht es mir auch schon wieder besser und ich habe Freunde, ich laaaaaaaabere alle voll, tut mir leid Jungs, aber tausend, nein millionenfacher Dank das ihr für mich da seid! Ich habe den besten Trupp Menschen um mich herum, den man sich vorstellen kann und immer jemanden der für mich da ist, mir den Kopf hoch hält, wenn ich gerade zu schwach bin und mir den Weg weiter zeigt und so gehe ich ihn, nicht alleine, nicht einsam, nicht immer glücklich, aber doch immer zufrieden, denn ich habe es richtig gemacht, ich bin glücklicher als vorher, es geht mir besser, jeden Tag besser und  ich bin so dankbar für alles.

Riesen Danke  an alle die für mich da sind! Ich kann es nicht in Worte fassen wie viel mir das bedeutet, fühlt Euch mega doll gedrückt!



Kinofilm: The Limehouse Golem

Ich war heute in guter Begleitung in der Sneak-Preview.

Nur am Rande, eine Sneak-Preview bedeutet man zahlt weniger, weiß allerdings nicht was für ein Film kommt, jedoch einer der erst in frühestens einer Woche ins Kino kommen wird.

Es ist ja immer so eine Glückssache was man erwischt und dieses mal war ich sehr positiv überrascht!

Was mir bis dahin nichts sagte ist der Film

The Limehouse Golem


Er spielt im London der 1880 Jahre, die Kleidung ist gerade bei den wohlhabenderen Damen ein Hingucker!
Also angepriesen wird er als Horror-Thriller, ich hätte eher Krimi mit ein paar gruseligen Szenen gesagt, aber gut das ist eigentlich unwichtig, er ist wirklich gut aufgebaut.

Meine Kinobegleitung fand ihn etwas zerfetzt, ich mag aber gerade Filme mit Nebensträngen und vielen Zeitsprüngen.
Er beginnt quasi am Ende, jedenfalls wird das in der ersten Szene gesagt, allerdings stimmt das eigentlich nicht wirkich, denn es wird ein ganzes Leben nacherzählt, nämlich das von Elizabeth, die als Segelflickerin aufgezogen wird, erst von einem Mann, dann ihrer Mutter missbraucht bzw misshandelt wird und eine Karriere als  Komödiantin hin legt, bis sie heiratet.

Durch den Film führt ein Inspektor  Kildaire, der eine Mordserie untersucht. Der Mörder nennt sich selber Golem und ich mochte gerne die Effekte, wenn er mal wieder jemanden verhörte, einen Text vorlas, den der Verdächtige dann abschreiben musste, um das Schriftbild vergleichen zu können, denn der Inspektor liest mit seiner Stimme, zeitgleich hört man auch den der schreibt, ein toller Effekt.

Es bleibt bis zum Schluss spannend, hat viele Verwirrungen, so dass man sich nie sicher ist, wer es sein könnte und für Gesprächsstoff sorgt.

Wenn Filme schöne Bilder beinhalten, finde ich sie umso besser und das ist in diesem hier auch der Fall, wirklich schöne Effekte tolle Bildführung und Schnitte.

Absolut sehenswert!

Ich weiß nicht ob er sehr bekannt ist im Moment, aber ich hoffe er wird es, denn er hat echt was zu bieten.

Einen Dank auch an meine bezaubernde Begleitung, zwar zeitweise ein wenig ablenkend, aber nur auf die best mögliche Art, danke für die sehr hmm reizende Zeit *lacht* es war wirklich schön und sollte unbedingt wiederholt werden :)
Ich konnte nicht nur seelisch etwas auftanken und fühle mich großartig!

Viel Spaß beim Film schauen und ich hoffe er gefällt anderen ebenso gut wie mir :)



Mittwoch, 16. August 2017

Die Schönheit des Individuums

Letztens teilte ich auf Facebook folgendes Foto:




Unter dem originalem Beitrag hatte jemand geschrieben "... oder Dummheit."

Das hat mich in der Kombination eines Menschen in meinem näheren Umfeld beschäftigt.

Manche Menschen sind leider sehr oberflächlich, sie geben sich nicht einmal die Mühe einen Menschen zu sehen, sie blicken nur auf das Erscheinungsbild und fällen ihr Urteil, wobei es genau genommen ihre eigene Schwäche und ihr Unvermögen zeigt.

Im Grunde machen mich solche Menschen traurig, sie erkennen ihre Schwäche nicht, interpretieren statt dessen wie bei einem Spiegel, genau diese Schwäche in das Gegenüber hinein und übersehen dabei die wundervolle facettenreiche innere Schönheit anderer Menschen.

Im Grunde verpassen sie sehr viel.

Ich zb schenke jedem den ich kennen lerne erst einmal ein Paket Vertrauen, wenn er das gut behandelt, schützt und schätzt, kann er es wachsen lassen, größer werden und die Früchte nach und nach ernten, aber er kann es verkümmern lassen, ausnutzen, niedertrampeln und immer wieder darauf einschlagen, dann ist es irgendwann kaputt und weg.

Es ist doch jedem selber überlassen welchen Platz er im Leben eines anderen einnimmt, er wählt es durch sein Verhalten.

Ich bin sehr froh das ich nicht die Hautfarbe, Konfektionsgröße, Narben oder andere Merkmale sehe, sondern erpicht darauf bin die Seele zu finden, zu erkennen, zu streicheln, zu halten und zu verwöhnen. So viele schöne Menschen wie ich dadurch erleben durfte, es ist ein Segen und ich halte daran fest und schaue nicht skeptisch aufs Äußere, wühle in der Vergangenheit wer wie war und ob ich das Verhalten abermals erkenne, natürlich gerne das Negative und stempel denjenigen direkt ab.

Ja mir wurde gesagt es sei naiv, blauäugig und ähnliches, mag sein das manch einer sogar Dummheit dazu sagen würde, allerdings habe ich schon so viele einzigartige Momente dadurch erleben dürfen, habe Freunde gefunden und viele Schätze mein nennen dürfen,  als das es Dummheit wäre, wenn ich anders handeln würde.

Ich bleibe dabei, ich suche gerne das schöne im Menschen und wenn ich mal auf die Schnauze falle, na und? Dann habe ich daraus ein Stück Erfahrung ziehen können, dennoch etwas erlebt und dafür kann der nächste nichts, den ich kennen lerne, er bekommt deshalb sein neues Paket Vertrauen und einen Blick in ihn hinein, statt nur auf seine Schale, sein Äußeres :)

P.S.

Das fand ich eben beim Handybilder ausmisten und stammt aus dem Buch Seelengevögelt, sehr lesenswert, aber Geschmackssache