Freitag, 25. März 2011

Daumen drücken für Luna






Dieses Bild habe ich vor einer Woche aufgenommen, Freitags hat meine Mittlere früher Schule aus und dann sitzt sie auf dem Sofa, kuschelt mit Luna und schaut KiKa, während ich kurz die Jüngste vom Kindergarten abhole.

Heute ist Luna allerdings beim Onkel Doktor und wird kastriert *seufz und obwohl ich eigentlich Vertrauen zum Arzt habe, hibbel ich hier rum und mache mir totale Sorgen...

Luna ich denk an dich und drücke dir die Daumen das alles gut geht!!!

Donnerstag, 24. März 2011

Trage die Sonne im Herzen!


Ich liebe Foto's
auf denen man die Sonnenstrahlen erkennen kann, wann immer ich sie mir ansehe, erinnere ich mich daran wie ich die Augen zusammen kneifen musste, wie sie warm auf mich strahlte und an dieses wunderbare ich-fühl-mich-wohl-Gefühl!
Es war wirklich schön und entspannend, wobei ich kaum zum stricken kam.

Dort war auch eine Mama mit ihrem hm etwa drei oder vier jährigem Kind die mich durch ihr Verhalten geschockt hat. Ich bin eine Glucke, dazu stehe ich, aber was die abzog, wow!
Ihr Sohn stand vor der Wippe, auf der einen Seite saß meine Mittlere, meine Jüngste wollte gerade auf die andere Seite, musste aber erst ihren Fahrradhelm noch ablegen, als wir also an der Wippe an kamen, immerhin waren das 6 Schritte, saß der Junge schon auf der Wippe und das lief so ab:
Mama steht mit Jungen vor der Wippe, Mama erahnt das ihr Junge eventuell, vielleicht gerne auf die Wippe möchte. Mama Fragt den Jungen, der nicht einmal Zeit hat zu antworten, da spricht die Mama schon meine Mittlere an, die verdutzt zu mir schaut, gerade am erklären ist das ihre kleine Schwester da hin möchte, aber da sitzt der Junge schon und die Mama babbelt permanent, so dass sie auch nicht hört wie meine Mittlere versucht zu erklären, dass sie mit ihrer Schwester wippen will, sie muss ja immerhin am laufendem Stück auf ihren Sohn einprabbeln.

Ich stelle mich also zu der Wippe, meine Jüngste neben mir, die ihr Gesicht an meinem Bein vergräbt und sich ärgert und versuche irgendwie der Mutter erstmal durch Blicke zu zeigen das ich ihr etwas zu sagen habe, aber derweil grüble ich schon, wie man sowas bei so einer Mutter anspricht, da kommen schon zwei wesentlich ältere Mädchen dazu, die mit wippen und nach einer Weile hat der Junge keine Lust mehr, obwohl die Mutter versucht ihn zu überzeugen, dass er gerne weiter wippen möchte.
Als er weg war, wollte eines der Mädchen gerne auf die Seite wo der Junge saß und fragte freundlich, ob meine Jüngste nicht gerne dahin möchte. Ich erklärte ihr, dass sie sehr gerne mit ihrer großen Schwester wippen würde und schon macht sie ihr Platz und setzt sich davor, so dass alle zu viert wippen und glücklich sind.

Ich setze mich wieder auf die Bank, beobachte meine Kinder und zufällig wieder den Jungen, der wurde derweil auf diese komische große runde Schaukel verfrachtet, obwohl die dort schon vorhandenen Kinder eigentlich nicht wollten, aber wer kommt schon gegen diese Mutter an? Selbst ihr eigener Sohn nicht und genau das ist es was mich geschockt hat, wie kann er denn selbstständig werden, wenn sie alles für ihn regelt, selbst wenn er was nicht möchte? Wie kann er Freunde finden, wenn seine Mutter ihn in Gruppen quetscht, wo ihn keiner in dem moment haben möchte? Wie kann er seinen Charakter bilden und stärken und vorallem, wie wird das in der Schule?!?

Als wir später daheim waren, hibbelte ich rum, weil mein Mann sein alljährliches Gespräch mit seinen Chefs hatte und als er dann endlich was schrieb (im Chat) war es alles andere als schön, er bekommt nur 50% seiner Provision und ich packe mir mal wieder an den Kopf und denke mir "Da hat sein Chef wenigstens wen gefunden den er ausnehmen kann wie eine Weihnachtsgans!" denn ganz ehrlich, was will man mehr, als einen Arbeiter, der täglich zwischen 1,5 und 4 Überstunden macht, die nicht bezahlt bekommt und nicht abfeiern kann?
Dadurch sinkt der Stundenlohn auf eines einer Putzfrau, nichts gegen Putzfrauen! Aber wenn ich sehe was andere mit dem gleichen Job verdienen... entweder wesentlich mehr, oder sie bekommen wenigstens die Stunden bezahlt, die mehr geleistet werden, oder sogar beides... aber er bekommt statt dessen noch einen Tritt in den A****

Heute wird's auch nicht sooo toll. Bus zur Schule fahren, Kind einpacken, Bus zurück fahren, zur Wohnung latschen, Schulranzen rein werfen, Fahhradhelb anziehen, Fahrrad nehmen und zum Kindergarten radeln, anderes Kind einpacken, rüber zur Pizzeria latschen, was essen, zum Logopäden radeln, danach zur Freundin radeln und hoffentlich was entspannen und babbeln und mal ein paar Sorgen vergessen!

Donnerstagiger Steingarten



1. Wie würdest Du Dich verhalten/was würdest Du tun, wenn Du für die nächsten 24 Stunden das Gegengeschlecht wärest?

Ich würde erwachen mit einer MoprLa und mich an den Familienjuwelen ausgiebig kratzen und mir denken, wie toll ich denn bin, nur weil ich ein Gehänge habe, danach würde ich mich nicht rasieren, denn ein drei-Tage-Bart wächst nicht von alleine und dann ein altes, kaltes, abgestandenes Stück Pizza vom Vorabend verspeisen und mich cool damit fühlen.
Desweiteren würde ich allen Frauen hinterher sehen, auch den nicht so attraktiven, hinterher pfeifen und der einen oder anderen was hinterher rufen, nur um zu erfahren, ob es einem was bringt, denn warum machen Männer so ein Imponiergehabe?
Auch interessant fände ich Männergespräche auf Toiletten und was dort so an den Wänden steht und *grübl* wenn mein Auto kaputt wäre, oder aus anderen Gründen in die Werkstatt müsste, würde ich das direkt mit machen, denn bekanntlich bekommen Männer andere Preise und bekommen es ausführlicher erklärt, ohne Babysprache.

2.Welche Musik legst Du auf, wenn Du richtig wütend bist?

Hm nicht lachen, ich höre dann zum Beispiel Mika, weil ich hoffe, dass ich dann schneller wieder gute Laune bekomme.


3. Brauchst Du eine Sehhilfe? Wenn ja, welche?

Nö, ich sehe noch immer 110% aber habe nen Knick in der Optik.

Und danke an Die Krümelmonster AG für die tolle Aktion!

Mittwoch, 23. März 2011

Man muss sich das Leben selber schön machen...

... denn sonst macht es ja keiner! Das könnte mein Motto sein und danach handle und lebe ich :)

Meine Isokanne mit Tee ist voll, die Sik-Flaschen meiner Kinder auch, wir gehen auf den Spielplatz, danach zum Logopäden, danach wieder zum Spielplatz, dann nachhause um hoffentlich vom Ehegatten zu hören, jaaa er hat die Gehaltserhöhung bekommen *strahl*

Morgen gehts zur Freundin, um noch eine Freundin zu treffen und Sünden zu vernaschen die sich Tiramisu und Apfelkuchen mit Sahne nennen und Samstags gehts mit einer jüngeren Freundin feiern und Cocktails trinken, während der manchmal beste Mann der Welt daheim auf die Kinder acht gibt und bestimmt vor ihnen einpennt *lach*

Nächste Woche müssten glaube ich langsam die Ergebnisse meiner zwei Polypen kommen, aber um die mache ich mir keine Sorge, die sind bestimmt zu klein und unerfahren gewesen, um schon Krebs zu sein.

So nun ab in die Sonne, in den Sonnenschein, mit Strickzeug und Tee trinken, Kindern zusehen und vielleicht das eine oder andere Foto aufnehmen :)

Ich wünsche allen viel Spaß und auf das keiner daheim im dunklen Kämmerlein verbleiben muss ;)

Abnehmen, wie geht das?

Alle bezeichnen mich als schlank, aber ich selber sehe es anders. Vorab, meine Waage ist kaputt, oder die Batterien sind leer, wie auch immer sie geht nicht. Nach der Kolektomie wog ich mich nicht mehr ordentlich, aber davor wog ich um die 64kg, mal mehr, mal weniger, selten mehr. Ich bin etwa 164cm groß, also vollkommen ok, aaaaaaaaber, ja nun das rieisige aber, ich fühle und fühlte mich nicht wohl.

Als Kind, nein als Baby hatte ich schon Untergewicht, immer hatte ich Untergewicht, wog bei gleicher Größe 49kg- 50 kg bis ich schwanger wurde und pro Schwangerschaft kam ein wenig dazu. Natürlich verändert sich der Körper, aber man hat doch innerlich ein Bild von sich, wie man gerne aussieht, wie man sich selber sieht, wie man sich gut fühlen würde und wenn ich mich im Spiegel betrachte, komme ich da einfach nicht dran.

Im und nach dem Krankenhaus hatte ich abgenommen, als ich mich wog nach der OP und kurz vor der Entlassung, waren es um die 62kg, danach futterte ich wie irre, stopfte gedankenlos alles in mich rein, achtete nicht mehr auf die Menge, oder was es ist und schwupp nahm ich natürlich zu, ka wieviel und als ich für eine Nachuntersuchung abführte, hatte ich einen Klickmoment, einen Moment in dem es *klick* machte.

Fürs abführen trinkt man eine bestimmte Flüssigkeit und genug Wasser dazu, danach darf man auch nichts festes mehr essen, da ich nicht wußte wie lange ich dafür brauche, begann ich einen Tag vorher, gegen 15 Uhr, meine Untersuchung ist sollte am nächsten Tag um 11 Uhr sein, in Wahrheit kam ich gegen 12 dran, jedenfalls habe ich in dem Zeitraum nur getrunken, getrunken und getrunken und mir ist aufgefallen, man kann auch dadurch satt sein! Ehrlich, ich dachte es ja nicht vorher, aber erst kommt eine Phase in der man richtig übel Hunger bekommt und nach der hat man Ruhe und keinen Hunger mehr. Also dachte ich mir hm das kann ich also schaffen, dann kann ich auch direkt weniger essen! Sollte doch machbar sein und schwupp habe ich mein Essen halbiert. Morgens eine Scheibe Brot, kurz vor zwölf gibts ne Kleinigkeit, zb nen Wackelpudding, oder so etwas, da achte ich nicht wirklich auf die Kallorien und Mittags gibts eben auch weniger von der Menge, Nachmittags nochmal was Süßes, gestern z.B. eine Kugel Nutellaeis mit Kirschgeschmack und Abend eine etwas kleine Scheibe Brot und ein Knutzel, fertig, dazwischen 2l Tee, Wasser mit Geschmack und solche Dinge.

Ich fahre auch mehr Rad und was ist? Ich sehe nicht das ich abnehme, ok etwas unschwabbeliger ist mein Bauch schon, der hat nach drei Kindern ja soviel Spannkraft wie ein Luftballon der vor vier Wochen aufgeblasen wurde, aber da ist es minimal besser geworden, meine Reiterhosen zb sind gleich und sonst habe ich auch nicht wirklich Umfang verloren, aber warum?
Ich kapiere es nicht, es heißt immer und überall, iss die Hälfte, beweg dich mehr, schwupp purzeln die Pfunde, aber warum bei mir dann nicht?

Ich habe davor auch schon Vormittags was Süßes und oder Nachmittags gegessen, aber selbst das futter ich weniger...

Ich mache das "erst" eineinhalb Wochen, vielleicht erwarte ich zuviel, oder ich verliere Gewicht das man nicht sieht, aber mir kommts ja nicht auf das Ergebnis der Waage an, sondern das optische Ergebnis, wie auch immer, ich bin gefrustet!

Dienstag, 22. März 2011

Helferlein muss nicht immer teuer sein ;)

Sodala, nun aber wieder was mit Wolle!
Ich stricke zum Beispiel Socken auf einer Rundstricknadel, dafür braucht man aber zwei Maschentrenner, ich nehme dafür immer (kann ja ruhig etwas dicker sein) diese Charms in Perlenform oder wie diese Dinger heißen. Bei Kik bekommt man zwei Stück für einen Euro und wenn ich eine Masche markieren will, nehme ich entweder ein Charm mit Minikarabiner, oder noch einfacher, eine Büroklammer! Ansonsten gibt es ja andere günstige Anhänger für Armbänder und so weiter, siehe das Herz auf dem Bild.

Zum einen finde ich es so hübscher, zum anderen ist mir aufgefallen, das oft Strickzubehör unverschämt viel kostet. Bitte versteht mich nicht falsch, ich gebe gerne auch mehr für etwas aus, aber dann muss es zum einen eine gute Qualität haben, zum anderen nicht übertrieben sein. So das jedenfalls sind meine "Lösungen" und ich mag es so viel lieber :)

Von den Enkeln abraten?

Ich bin eine Glucke, absolut, durch und durch und das auch noch gerne! Als Kind betüddelte ich meine Puppe Anne-Marie so sehr, dass alle in meinem Umfeld überzeugt waren, dass aus mir nur eine super Mutti werden kann und da ich es selber nicht beurteilen kann, aber meine Kinder es mir mitgeteilt haben, ja sie meinen das ich immerhin dieses Ziel erreicht habe :) Aber um welchen Preis?

Mein persönliches Drama begann als ich etwa acht Jahre alt war. Damals habe ich bereits verstanden was Krebs ist, aber begriffen? Wohl kaum, begriffen habe ich es ja bis heute noch nicht... naja wie auch immer, meine Mutter bekam Darmkrebs, mit eigentlich recht jungen Jahren, sie war etwa 36 Jahre alt. Hey sie besiegte den Krebs, ich werde nie (hoffentlich) vergessen wie ich damals ins Ferienlager fuhr, alle machten sich sorgen ob ich das mit acht Jahren auch schaffen würde und ob ich kein Heimweh bekommen würde, aber meine Gedanken kreisten nur um meine Mami, ja ich war ein absolutes Mamakind ich hielt Wochen durch im Kindergarten zu brüllen wenn sie mich dort alleine ließ und wurde dessen auch nicht müde... aber ok wir waren beim Abschied zum Ferienlager. Sie stand da vorm Reisebus, ich habs echt noch vor Augen! sie stand da, sah irgendwie recht krank und müde aus und versuchte nicht zu zeigen wie schwer es ihr fiel, um es mir nicht noch schwerer zu machen und meine Gedanken drehten sich nur um sie, ob sie wirklich wieder gesund wird, ob sie wirklich in Ordnung ist, wie sie es immer beteuerte, aber ist nicht jedes Kind mit dem Talent geboren, alles zu erkennen, was andere zu verbergen versuchen?

Offen gestanden es war ein heuchlerischer Abschied, da wir beide versuchten zu verbergen wie sehr wir uns sorgten, aber sie versicherte mir das sie gesund wird und alles in Ordnung ist, also was blieb mir anderes übrig als es zu glauben?
Auch als ich drei Wochen später wieder zurück war, ging es ihr gut, sie sah sogar wieder gut aus :) , ich glaube nach einem Jahr oder zwei Jahren wurden die Nachkontrollen seltener gemacht und das war eine schlechte Entscheidung, denn der Darmkrebs kam zurück, hatte aber bereits gestreut und so nahm das Ende seinen Lauf und so war ich mit zwölf Jahren bereits halbwaise, musste erfahren das der Krebs vererbbar ist, aber alle versicherten mir, ich würde ihn nicht bekommen, nein nein, klein Nici doch nicht und irgendwann begann ich das selber auch zu glauben. Zwar erfuhr ich auch, dass viele Verwandte dran erkrankt sind, das die meisten daran starben, aber Himmel mit zwölf Jahren ist es doch eh schon eine so turbulente Zeit und die folgenden Jahre waren keineswegs ruhiger!
Eigentlich sind diese Jahre ein Karussell der Gefühle, ein Dauerchaos, man weiß doch garnicht woran man alles denken muss, was ernst ist, was Prioritäten hat und was nicht.

Klar wußte ich das ich Darmkrebs bekommen kann, klar hätte ich zu Vorsorgeuntersuchungen gemusst, mir war das alles klar, aber warum ging ich nicht? Man könnte sagen aus Angst, aber das ist irrsinnig, denn dadurch hat man viel länger Angst und macht nicht einmal was gegen den Grund. Aber ich ging nicht zu Vorsorgeuntersuchungen, bis dahin dachte ich sogar ernsthaft, die Wahrscheinlichkeit ist doch gering das ich es haben könnte, heute bin ich schlauer...

Immer und immer wieder nahm ich mir vor zum Arzt zu gehen, redete mir ein das die Untersuchung nicht schlimm ist, machte eine Nadelphobietherapie die ich abbrach, als es immer wieder zum Thema kam "nun ist aber der Zeitpunkt gekommen, wo wir mal langsam stechen müssen, nur mit einer Akupunkturnadel, nichts schlimmes!" naja und bei jeder Darmkrebsvorsorge-Werbung wurde mir ganz schlecht, jeden Tag fragte ich mich, ob ich schon Krebs habe, das bescheuertste ist ja auch noch, dass ich immer daran denken musste, als ich als Kind die Phase hatte nie alt werden zu wollen behauptete ich vehement, nie älter als 30 zu werden und genau dieses Alter rückte immer näher und ich fragte mich, ob sich das bestätigen würde und ja man kommt sich dumm, saudumm vor, man könnte ja einfach zum Arzt und fertig, aber ich habe mich nicht überwunden bekommen, bis jaaa bis ich Geburtstag hatte, meinen 29. Geburstag und blutigen Durchfall bekam, sogar mit Eiter und dachte "So das wars, nun ist es vorbei!" ich ging zu meiner Hausärztin, ich saß im Wartezimmer, ehrlich ich hatte permanent Tränen in den Augen, als würde mir gleich gesagt werden: "Sie haben noch drei Tage zu leben!" und auch als ich dran kam, beim erklären was ich habe, was meine Familie hat, ich stand kurz vorm heulen und meine Ärztin kenne ich nun etwa 7 Jahre, an ihr ging das auch nicht spurlos vorbei, sie machte ein Ultraschall, überwies mich zu einer Gastroenterologin die ihre Praxis direkt ums Eck hat und auf dem Weg rief ich noch kurz meinen Mann an und hab schon die Tränen nicht mehr verkneifen können, wie in Trance hatte ich dann ein Gespräch, habe auch wieder vom vererbbaren Darmkrebs erzählt und wieder dieses ernste Gesicht vor Augen gehabt, aber erstmal ging es nur um eine Stuhlprobe und sie würde mal im Krankenhaus anrufen, um zu schauen welche Möglichkeiten es für mich mit meiner Angst gibt.

Bei der Stuhlprobe kam heraus das ich Salmonellen habe, meine Jüngste hat ein paar Tage vor mir Geburtstag und ich war die einzige die vom rohen Kuchenteig genascht hatte, und würde erstmal eine Antibiotikatherapie machen, danach würde ich ins Krankenhaus überwiesen und unter Vollnarkose eine Darmspiegelung bekommen, einerseits war ich wirklich wirklich froh das ich nur Salmonellen hatte, andererseits lies es sich nicht mehr vermeiden, dass ich die Untersuchung endlich machen lasse. Die Zeit vor der Untersuchung ging an mir vorbei wie durch einen Nebelschleier, ich erinner mich kaum noch, außer das ich nervös war, nervös und angespannt und immerhin waren das etwa drei Wochen glaube ich, etwa... dann im Krankenhaus war es garnicht sooo schlimm. Am Tag vor der Behandlung musste ich hin, Narkosesprechstunde, abführen, hatte super nette Krankenschwestern um mich herum, hatte klasse, wirklich klasse Leute im Zimmer, viele schöne Gespräche und Spaß und wegen der Nadel die gesetzt werden musste, bekam ich Beruhigungsmittel die leider nicht wirklich halfen und so bekam ich die Nadel am nächsten Tag direkt vor der Untersuchung gesetzt und ich bedankte mich später extra nochmal riesig beim Arzt der nicht auf mein Gememme hörte und es einfach machte!

So nun bin ich nicht blöd und weiß wie eine Darmwand aussehen sollte und ich wachte bei der Untersuchung auf und sah den Bildschirm und nichts als Polypen zwar alle nicht sehr groß, dafür aber sehr sehr viele, ich sah keine normale Darmwand, nur diese Polypen und bekam Panik in dem Moment, richtige Panik, direkt wurde ich nochmal schlafen gelegt, aber als ich auf dem Zimmer wieder wach wurde, war die Angst wieder da, ich hatte ja nicht vergessen was ich gesehen hatte und so nervte ich die Schwestern bis eine Ärztin kam und mir weiß machen wollte, ich solle mal abwarten, die Bilder müssen erst ausgewertet werden. Das hätte ich einsehen können, wenn da so ein paar Polypen gewesen wären, aber doch nicht bei so vielen! Im Bericht stand später der schöne Begriff "Polypenteppich" und so war mir da schon klar das mein Dickdarm raus muss, diese Polypen befinden sich nur im Dickdarm, sonst nirgends. Am nächsten Tag wurde nochmal ein Magen-Darmspiegelung gemacht, diesmal von oben in den Dünndarm und ich versuchte ab dem Zeitpunkt nur noch die Zeit vor der OP rum zu bekommen. Erstmal musste ein Gentest her, vorher gibts keine OP und alle Polypen seien noch kein Krebs. Zwei Wochen bis der Gentest da war, zwei Wochen bis ich einen Gesprächstermin mit dem operierendem Arzt bekam, glaube nochmal eine oder zwei Wochen bis zur OP selber.

Davor dachte ich, mein Leben wäre danach sehr eingeschränkt, ich könne kaum noch was essen, kaum noch raus, weil immer eine Toilette in Reichweite sein muss, hätte eine riesen Narbe und sowieso müsse alles wirklich schlimm werden.
Die OP selber verlief klasse! Ich wachte danach auf der Intensivstation auf und fühlte mich wie im allerschlimmsten Rausch, selbst kiffen oder Alkohol trinken führt nicht zu dem Gefühl wie es mir danach ging, ich konnte nichmal gerade aus schauen, aber hatte auch keine Schmerzen, ich wurde permanent so voll gepumpt, dass mir nie etwas weh tat, auch war ich es selber die meinte das ich weniger Schmerzmittel brauche und die, die sie absetzte nach einer Zeit :)

Am besten gefiel mir das Sechsbettzimmer, alle raufen sich die Haare, aber ich hatte dort so wundervolle Gespräche, so lustige Augenblicke, aufbauende Menschen, alles was ich damals gebraucht habe, damit ich nicht in Selbstmitleid oder Depressionen verfalle, bekam ich von den Patienten um mich herum, denn die Schwestern auf der Station waren wahre Monster! Naja ok nicht alle, und sobald man keine Arbeit mehr machte, wurden sie auch wieder netter, aber gerade in der Zeit in der ich kaum bis ganicht aufstehen konnte, in der ich Personal gebraucht hätte, waren sie am wenigsten da, behandelten einen alles andere als menschlich, aber bei mir ging die Zeit rum, mir tun mehr die Leute leid, die lange und oft auf dieser Abteilung liegen.

So und nun etwa vier Monate nach der OP, nach zwei Nachsorgeuntersuchungen, nachdem in meinen 12cm Restdickdarm bereits wieder zwei Polypen abgetragen wurde, nun wo ich gerade auf die Ergebnisse der zwei Polypen warte, wo ich weiß das ich in etwa drei Monaten die nächste Nachsorgeuntersuchung haben werde, wo ich weiß, dass ich alle zwei bis drei Moante diese Untersuchung haben werde und oft mit der Angst leben muss das da doch ein bösartiger Polyp ist, jetzt wo ich weiß das ich wenige Tage nach der OP bösartigen Krebs gehabt hätte, da ein Polyp sich doch schon am verwandeln war muss ich zugeben, hey das ist alles nicht so schlimm!!!

Ich habe keine Narbe, nur einen neuen Bauchnabel, denn alles wurde über den Bauchnabel gemacht und dann vernäht, so dass mein eigentlicher Nabel nach innen verschwunden ist, aber da ein neuer ist, der komplett normal aussieht, ich kann fast alles essen, meide nur Kohlensäure (gibt genug Alternativen zb Teesorten, hunderte! Und Wasser mit Geschmack und und und) und blähendes Essen und achte auf Hefe, wenig ist ok, viel nicht so, kein rohes Gemüse außer Gurken, gekochtes geht, aber bitte ohne Schale, außer Paprika, die geht eh nicht mehr, mochte ich aber auch nie soo sehr, ach egal, es geht fast alles beim Essen und ich muss garnicht so oft aufs Klo wie ich vorher dachte und wenn, dann kann ich es auch inne halten :)

Ich war einige Wochen nach der OP im Freudentaumel, weil es mich so gut erwischte, weil ich so wenige Beschwerden hatte und habe, ich kann mich glücklich schätzen! Ich schon, nun das eigentliche neue Problem...

Ich schrieb vorhin, ich dachte ich habe es nicht, da die Wahrscheinlichkeit nicht so hoch ist. In den Jahren zwischen dem Tod meiner Mutter '93 und den Info's die es heute gibt, liegen Welten!
Damals schrieb ihr behandelnder Arzt eine Doktorbarbeit genau über diesen Krebs und erklärte meiner Mutter, dass sie seine erste weibliche Patientin sei und das es davor immer hieß, Frauen könnten den Krebs garnicht bekommen, naja als ich mich also jetzt schlau machte, als es mich akut betraf, fand ich heraus das die Chancen 50/50 stehen und schlimmer noch, die Mutter meines Mannes bekam vor ein paar Jahren ebenso Darmkrebs, auch der soll vererbbar sein und nun das größte Problem. Meine Mutter bekam mich ohne das Wissen das sie den Krebs weiter vererbt, ich bekam meine Kinder zwar mit dem Wissen, aber mir wurde gesagt die Wahrscheinlichkeit ist nicht so hoch und nun das.

Seid ich Kinder habe, habe ich mich auf meine Enkel gefreut, immer gesagt: "Na wenn ich Oma bin, klaue ich meine Enkel und geb sie nicht mehr her!" und nun muss ich diejenige sein, die sagt "Bitte bekommt keine Kinder, wenn ihr das Gen habt!"

Versteht mich nicht falsch, ich bin dankbar das ich es geschafft habe, dass ich diese vielen Zufälle hatte, aber als ich die 50/50 Chance las war mein erster Gedanke "Du hättest keine Kinder bekommen sollen!" und ich weiß von anderen die ähnlich denken... und nun?

Erstmal muss ein Gentest für jedes Kind her, Ende April haben wir einen Termin dafür. Eigentlich sollen Kinder unter 10 Jahren nicht getestet werden, jedoch bestehe ich darauf obwohl meine zwei Jüngsten 5 und 7 Jahre alt sind, da sie es bei mir voll mitbekommen haben, natürlich auch mitbekamen das sie es haben können und ich ihnen eigentlich gerne die Angst nehmen würde, einfach gerne sagen würde "Hey du hast das Gen nicht, du bist gesund!!!" gleichzeitig habe ich die Angst das sie es haben... und frage mich wie ich das mit mir vereinbaren soll... zwei Wochen vor dem Todestag meiner Mutter wurde ich operiert, ich finde das alles garnicht so schlimm wie ich es vorher dachte, ehrlich, aber möchte man seinen Kindern nicht jedes Leid ersparen?