Dienstag, 21. April 2020

Buchvorstellung: Amt für Mutmaßungen



Dieses Buch spaltet vermutlich die Nation. Entweder man hasst es, oder man liebt es.

So denke ich es mir jedenfalls, wenn ich lese, wie brillant und toll es sein soll!


Meine geliebte Leseratte entdeckte es und überreichte es mir und es sah wirklich vielversprechend aus!

Das Amt für Mutmaßungen würden sie auf ihre Liebesbriefe als Absender schreiben.
Ja hmm, also ich bin etwa bei der Hälfte hängen geblieben und da stand noch gar nichts von Liebesbriefen?

Man erfährt etwas über eine Frau, sehr wirr ist alles und immer spielen irgendwelche Typen eine Rolle. Manche tauchen nur für diesen einen Moment auf, andere auch öfter.

Das Buch ist ein Konfetti-Buch, oder Fetzen-Buch, ich weiß nicht so recht, wie ich es bezeichnen soll.

Vielleicht ist es unter Drogeneinfluss entstanden?

Man kann ja jeden Scheiß begründen mit Genialität, oder Kunst, oder Poesie, wie es hier auch gemacht wird, aber manches ist dann doch nur Chaos, Wahnsinn oder komplett Irre, wenn man es ehrlich betrachten würde, wie bei "des Kaisers neue Kleider", traut sich dann eben nur keiner die Wahrheit zu sagen.


Dieses Buch springt permanent.
Es springt in den Zeitebenen.
Es springt in den Themen.

Sie trifft Typen, sie reist, sie lebt, einen heiratet sie und ehrlich, ich habe x Seiten zurück geblättert, weil ich dachte, sie hat wen anderen geheiratet, aber es tauchen keine Namen auf!

Wie heißt sie? Weiß ich nicht!

Wen heiratet sie? Ich dachte den Philosophen, aber der besucht sie irgendwann, als sie verheiratet ist. Kann er also nicht gewesen sein. Nein, es ist der Typ, der ihr vom Philosophen empfohlen wurde, weil er Geräusche aufnimmt und nachts im Radio spielen darf.

Dazwischen, zwischen: sie heiratet-bekommt ein Kind-zieht um, kommen komplett andere Informationen über Dinge, die rein gar nichts mit irgendwas zu tun haben.
Beispiel:
Erster Absatz über einen Ratschlag für Ehefrauen, die keine Romane lesen sollen, weil sie die Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens brauchen und sie falsche Vorstellungen vom Leben bekommen könnten.

Zweiter Absatz handelt von einem Besuch im Lebensmittelgeschäft, total banale Dinge, komplett uninteressant. Es passiert nichts.

Dritter Absatz dreht sich um die Schönheit der Herbstzeit, hängt auch nicht im Zusammenhang mit dem Einkauf, oder dergleichen, es steht da einfach allein.

Vierter Absatz, eine Begegnung eines Bekannten, auf der Straße. Ein Einstieg zu einem Rückblick.
Wieder kein Zusammenhang zu den anderen Absätzen, sie traf ihn auch nicht nach dem Einkauf.

Das waren zwei Seiten des Buchs.

Anderenorts im Buch schreibt die Autorin einfache Wörter hintereinander weg, wieder ohne Zusammenhang, ohne Sinn, ohne Verstand, ohne Poesie, ohne Reimform.
Einfach, mehr als eine Seite, Wörter.

Nach der Hälfte hatte ich dann keine Lust mehr.
Erst versuchte ich zu verstehen, zu entwirren, zu begreifen, aber wenn man dann merkt, es ist sinnlos, weil es wirklich keinen Sinn gibt, möchte man nicht mehr unbedingt.

Man rätselt immer wieder, wie und wo und was zusammen gehört, was was sein könnte, wer wer ist.

Anderes Beispiel.

Sie haben Ungeziefer im Haus, aber darüber spricht man nicht.
Kleine Mittel helfen nicht.
Kammerjäger ist überfordert, glaube ich, ich bin mir nicht mehr sicher, ob er überfordert ist oder wirkungslos.
Es darf keiner erfahren, weil dann keiner mehr Kontakt zu ihnen haben wollen würde.
Sie müssen ihre Wäsche immer wechseln, wenn sie raus gehen und waschen alles extern permanent.

Was für Ungeziefer es ist, wird nie erwähnt! Nicht einmal im Ansatz.

Sie ziehen weg, wegen dem Ungeziefer, aber erst nach unendlich vielen Buchseiten.

Ich kann gerne anspruchsvolle Bücher lesen, aber wenn es so mutwillig chaotisch ist, dann fühlt sich das Lesen an, als würde man auf ein Bild, dass von einem Affen gemalt wurde starren und zwanghaft versuchen etwas darin zu erkennen und in Wahrheit hatte es der Affenpfleger lediglich schnell und eilig hingeschmiert, damit er es dann für teuer Geld verkaufen kann, ohne überhaupt hingesehen zu haben, während der Herstellung.

Man kann in allem Kunst erblicken, wenn man es nur dringend genug möchte!




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Sonntag, 19. April 2020

Hörbuchvorstellung: Ein Leben und eine Nacht




Ein Leben und eine Nacht gibt es natürlich auch als Buch :)


Ich mag im Moment ja gerne ruhigere Bücher, die nicht so viel Action haben und nicht so viel Aufreibung, sondern gediegen, ruhig, angenehm sind.


Alleine die Stimme vom Vorleser ist eine Wonne für die Ohren. Total brummelig angenehm. Er liest es, wie sein eigenes Leben und man hat direkt einen älteren Herrn vor Augen, der alles Revue passieren lässt und überdenkt und darum geht es in diesem Buch.

Maurice Hannigan sitzt an einer Hotelbar und toastet fünf wichtigen Menschen aus seinem Leben zu.

Es hört sich, wie ein Abschiedsbrief und das soll es vielleicht auch sein.

Wir dürfen alles durchleben, begonnen mit seiner Kindheit, über die Liebe seines Lebens, den größten Verlust, die schlimmsten Momente, allerdings auch die schönsten und rührendsten.

Manche Hörbücher würde man so gerne noch einmal, zum ersten Mal hören und dieses ist so eins.

Diese Stimme, mit dieser Geschichte gepaart, ist wirklich ein Meisterwerk.

Man weint vor Trauer, man lacht Tränen, es ist alles enthalten und läuft über vor Gefühlen.

Er stammt aus einer recht kargen Familie in Irland und muss früh bereits große Tragödien ertragen. Ein Leben voller Arbeitet erwartet ihn und er wird die Kleinstadt nie verlassen, außer wenn er seinen Sohn besucht und selbst dann, fehlt ihm seine Erde, sein Häuschen und seine kauzigen Gewohnheiten direkt.

Er ist kein Superheld, machte statt dessen auch Fehler und hat keine reine Weste, aber ein reines Herz, dass hat er sicherlich.

Er ist so liebenswürdig und man möchte ihn an der Hand halten oder sogar umarmen.

Ich mag gar nichts, wirklich nichts von der Geschichte selber erzählen, es ist eigentlich ein ganz normales Leben, mit Spitzen und Tälern, wie es auf der Welt vermutlich tausende gibt und dennoch berührt es in einem drin, ganz tief drin, etwas und man fühlt sich warm und wohlig an und möchte eigentlich nicht, dass es aufhört.

Eines der schönsten Hörbücher die ich kenne.

Ich werde es nicht das letzte Mal gehört haben!




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Samstag, 18. April 2020

Mundmasken und Knochen




Da die wunderbaren Politiker in NRW nicht wissen was sie tun, immerhin sind wir das zweit betroffenste Bundesland, und hier wird ja alles im Alleingang entschieden und zum Thema, wenn die Schulen wieder öffnen und dadurch Menschen sterben, wird gesagt, man habe dafür schon Anleitungen zur Trauerbewältigung verfasst, habe ich mir gedacht:
Schützt uns die Politik nicht, müssen wir es, soweit es geht, selber tun!

So etwas wie Abstand halten, weniger Aktivität außerhalb der vier Wände, wird irgendwie belächelt, stellenweise belacht.
Heute hörte ich zufällig, wie ein Hausmeister einer Grundschule mit Müttern auf dem Schulhof palaverte. Die Kinder rannten spielend herum und er: "Spielen die Kinder hier etwa?" dann lachte er laut los und versicherte, sie müssen sich keine Sorgen machen, er fände es ja auch alles übertrieben.
Der gute Mann war sichtlich nicht mehr jung, ganz im Gegenteil, übergewichtig und vielleicht ist er noch Raucher, oder Diabetiker, oder sonst was und lacht darüber?

Damit ist die Stimmung allerdings gut beschrieben, denn hier nimmt es scheinbar keiner so ernst.

Geht man raus, sieht man kaum Masken. Sicherheitsabstand wird nirgendwo beachtet, weder im Supermarkt, noch im Wald, noch sonst irgendwo. Versucht man es, versucht man aktiv Abstand zu halten, wird sogar genervt reagiert, weil man nicht schnell genug geht oder dergleichen.

Wundervoll ist die Lösung vom Real in Leverkusen. Etwas dümmeres, als deren Gang rein in den Laden, habe ich noch nicht gesehen und er sucht seinesgleichen.

Vorab, die lieben Corona-Viren sind leicht und können, man ahnt es nicht, in der Luft bewegt werden, durch z.B. Wind!

Nun hat man vor dem Real den halben Parkplatz genommen und unterteilte ihn mit Flatterband in einen Schlangenlinien-Weg. Dabei hat man rechts und links von sich permanent wechselnde Menschen laufen. Es wird dadurch sichergestellt, dass jeder mit jedem Kontakt hat. Damit hat man nicht, wie in einer normalen Schlange, einen Menschen vor und einen hinter sich, sondern man läuft und geht an allen mal vorbei und da es ja auf dem Parkplatz ist, trägt der Wind schön die Viren vom einen, zum anderen. Toll oder?

Man darf auch nicht vergessen, kommt man von oben an (vom Parkplatz auf dem Dach) und könnte einfach in den Laden abbiegen und wäre schon drin, ohne weiteren Kontakt zu Menschen zu haben, wird man von einem Typen aufgehalten, der sonst für Discos oder dergleichen als Türsteher arbeitet und einen auf den besagten Parkplatz raus schickt! Versucht man der Hohlbirne zu erklären, warum das keine gute Idee ist, scheißt er einen an, man solle nun keine Panik verbreiten und entweder da lang gehen oder wieder abhauen.

Herrlich, oder?

Aber nun wird ja alles besser, man soll eine Maske tragen, wenns denn geht. Eine Empfehlung, keine Pflicht, man kann ja auch nichts zur Pflicht machen, was man nicht erhalten kann und Masken sind nach wie vor Mangelware.

Diese Masken vom Bild sind auch nur ein Behelf und kein wirklicher Schutz. Man spuckt weniger Viren herum, es kommen auch, eventuell, nicht alle hindurch. Ein paar Prozent mehr Schutz ist allerdings mehr, als unsere Politiker uns gönnen.

Also machte ich nun für jeden zwei Stück, man soll sie ja, wenn sie zu feucht werden, wechseln.

Die Anleitung habe ich von: Naehtalente.de
Kleiner Tipp, man solle nun doch keine Staubsaugerbeutel rein nähen, weil die gefährliche Stoffe enthalten.

Ich habe sie ohne irgendwas dazwischen gemacht. Scheinbar gibt es im Moment ja nichts, was da rein könnte und wenn doch, kann man es nachträglich noch rein friemeln, denke ich.

Ach und nebenher habe ich noch einen Leseknochen genäht!
DAS macht Spaß :) Ich werde noch ein paar anfertigen :)

Davon gibt es ja auch unendlich viele Anleitungen, ich nahm eine von: Stoffe.de

Da der Baumwollstoff im Moment ja recht ausverkauft ist, habe ich welchen bei Amazon bestellt und werde dann noch mind. zwei für meine geliebte Leseratte anfertigen. Einen für seinen Nacken, einen als Buchstütze :)

Man kann sie wirklich schnell und einfach machen und verschenken. Es gibt auch so kleine Labels, die man darum wickeln kann, damit der Beschenkte sieht, was ein Leseknochen ist :)


Ach und noch etwas sehr Wichtiges!!!




Ich habe zwar den Stoff bei Amazon bestellt, aber denkt lieber an eure kleinen Läden in der Umgebung!

Zum Beispiel habe ich beim hiesigen Tee Gschwendner via Mail eine Bestellung aufgegeben und wenige Stunden später bis an meine Haustüre geliefert bekommen.
Das geht auch mit anderen Dingen, so habe ich beim Buchladen ums Eck via Mail ein paar Bücher geordert und versuche, wo es nur geht, die kleinen Geschäfte zu unterstützen, die es im Moment sehr schwer haben.

Den Stoff würde ich hier nirgends bekommen, habe ich leider erfahren müssen.

In dem Sinne, setzt eure Kaufkraft ein und haltet am Leben, was euch wichtig ist :)




Freitag, 17. April 2020

Buchvorstellung: Kill Creek



Meine geliebte Leseratte drückte mir, als noch kein Corona ausgebrochen war, dieses Buch im Thalia in die Hand und ich musste es mitnehmen! Über 500 Seiten dick und ein Thema, was ich total spannend finde!

Ein Haus, das ausrastet und Böses tut!

Also stürzte ich mich in das Buch und hatte so richtig Lust auf Horror, Grusel, Ekel!

Naja hmm was soll ich sagen?

Enttäuscht war ich nun nicht direkt, aber ja, ich hatte mir ein wenig mehr erhofft :(

Es beginnt noch ganz nett, indem man zwei Autoren kennenlernen darf, die nicht irgendwas schreiben, nein, natürlich schreiben sie Grusel- bzw Horrorbücher.

Der eine hatte ein Trauma als Kind, man erfährt nicht genau was passierte, aber es hat mit einem Hausbrand und seiner Mutter zu tun.

Die andere Autorin schreibt irgendwie zwanghaft über brutale Folterszenen, die gerne mit Sex kombiniert werden, aber keine Sorge, davor erfahren wir nichts.

Insgesamt geht es um vier Autoren, jedoch treffen wir die anderen erst später im Buch.

Sam, der mit dem Trauma, hat ein super erstes Buch geschrieben und dann eine Schreibblockade und verdient erst einmal seinen Unterhalt, indem er Studenten an der Uni unterrichtet. Er wird noch mit am Meisten beschrieben und ist irgendwie so ein Golden Retriever Typ. Freundlich, knuddelig, kumpelhaft. Er soll sympathisch wirken.

Der Kontrast entsteht durch T.C. Moore, die brutal und blutig schreibt und von einem ihrer Bücher die Filmrechte verkaufte und Streit bekommt, weil der Film zu "kinderfreundlich" werden soll.

Dieser Einstieg ins Buch ist gelungen und macht noch Spaß, die Hoffnungen wachsen, dass es ein gutes Buch wird und auf der Rückseite steht sogar, es wäre ähnlich wie Shining von Stephen King.

Liest man dann weiter, wir lassen den Sprachstil beiseite, denn der ist recht schlicht, man gab sich nicht einmal die Mühe darauf zu achten, ob die Sätze immer wieder hintereinander die selben Wörter enthalten und dadurch womöglich lieblos wirken, und achten statt dessen nur auf den Inhalt.

Es ist ein recht flüchtiges Buch, ein Vergleich mit Stephen King ist nicht so übel, denn der bläst seine Werke auch auf, durch Passagen, die sich ziehen wie alter Kaugummi und ähnlich ist es hier auch, nur nicht ganz so extrem.

Es wird zu genau beschrieben, zu sehr wiederholt, zu wenig Fahrt aufgenommen und die Figuren sind leider recht klischeehaft.

Die unerbittliche Moore und der liebe Sam bekommen beide, unabhängig voneinander eine Einladung, ohne Namen, ohne Absender. Sie rätseln, ihre Manager nehmen Kontakt auf und es kommt heraus, sie sollen sich zu Halloween mit einem Typen treffen, der eine Webseite betreibt, auf der er Events vermarktet. Dabei geht es selten fair zu und für die Effekthascherei tut er alles.

Sam stimmt zu, weil er hofft, dadurch seine Schreibblockade zu lösen, denn das Treffen findet nicht irgendwo statt, sondern im Spukhaus schlecht hin! Im Finch Haus!

Um dieses Haus dreht sich das gesamte Buch, obwohl wir nicht sooo lange dort sein werden.
Der Aufbau, bis wir überhaupt hin kommen, dauert sehr viele Seiten und der Teil, in dem wir wirklich dort sind, ist nicht so groß und schlimmer noch, der  gruselige Teil, warum wir das Buch ja überhaupt lesen, ist auch nicht spektakulär lang.

Also Sam geht hin, Moore auch und dort treffen sie noch Daniel Slaughter, der anders als sein Name vermuten lässt, ein gläubiger Christ ist und Kinder Gruselbücher schreibt, die sie auf den rechten Pfade des Lebens leiten sollen.

Das erste Treffen ist auch nicht im Horrorhaus, sondern einer Bibliothek und als sie enttäuscht darüber, dass das Interview keine Einzelveranstaltung sein wird, sondern sie das Rampenlicht teilen müssen, gehen wollen, tritt das Urgestein, der Gott des Horrors ein, Sebastian Cole!

Er ist es, warum Sam überhaupt zum Autor wurde.
Er ist es, der DER Autor überhaupt ist!

Sie vergöttern ihn und bleiben nur wegen ihm da, ihrem Idol!

Die Interviews werden auch geführt, permanent läuft eine Kamera und werden Fotos gemacht usw.

So, ich mag nicht zu viel erzählen!

Das Buch wird gehypt, es hat tolle Kritiken, es wird mit sehr guten Autoren und Romanen verglichen, was ich nicht so ganz verstehe.

Ich finde es etwas lieblos offen gesagt.

Alles kommt so rüber, als würde es für den Showdown geschrieben und als Sprungschanze dafür dienen, nur dass der Showdown selber eher mäßig ist.

Gruselfaktor ist null, es ist nicht gruselig, tut mir leid.
Splatterfaktor bei ein paar Seiten hoch, aber so unrealistisch, man könnte meinen, der ein oder andere könnte in der Fortsetzung von Unbreakable mitspielen.

Das Ende ist irgendwie enttäuschend, zwar gibt es einen Twist, den man nicht so richtig erahnen kann, aber manche Protagonisten sind zu wechselhaft, haben keinen fortlaufenden Charakter und man fragt sich öfter: "Häää? Warum reagiert er nun so? Das passt doch gar nicht!"

Der Schreibstil nervte mich stellenweise sehr. Ich hasse es, wenn sich einfache Wörter, die man gut austauschen könnte, immer wiederholt werden.
Mag sein, dass es durch die Übersetzung verhunzt wurde und das Originale solche Fehler nicht aufweist.
Auch sind manche Sätze sehr wirr geschrieben, manchmal weiß man nicht einmal wer etwas zu wem sagt, dazu kommen die Charakter, die wie ein Fähnlein im Winde reagieren, so dass man nicht mehr genau durchblickt.

Es war ok.
Weiterempfehlen fällt mir etwas schwer, offen gestanden.

Es ist einfach zu lesen, macht keine Mühe, verbraucht kaum Aufmerksamkeit :)


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Samstag, 11. April 2020

Frohe Ostern

Ich wünsche allen frohe Ostern und viel Gesundheit in der schweren Zeit!




Ich habe es tatsächlich geschafft, dass meine Teenager Kinder nochmal Eier bemalen!
Eigentlich hätte ich ja damit einen Preis verdient, aber die Eier sind mir Preis genug, auch wenn keines davon Gold farben ist. 

Ok, ich ließ mir auch echt etwas besonderes einfallen und kaufte so Eierfarbe, bei der ein Stift dabei ist, mit dem man darauf malen kann. Hm vermutet hatte ich, dass sie es cool finden würden.





Die Farben sehen wirklich toll aus und ich hatte mir gedacht, mit dem einfachen bemalen seien sie eher zufrieden, als mit den richtigen Pinselfarben wie früher. Weit gefehlt! Sie hätten lieber die klassischen Pinselaufmalfarben gehabt am Besten mit so einem kleinen Eier-Dreh-Ständer und waren sehr etwas enttäuscht.

Naja, mal schauen, ob ich nach Ostern im Ausverkauf noch welche erwischen kann :)

Ansonsten dann eben nächstes Jahr.

Aber für dieses Jahr finde ich die Ergebnisse gar nicht so übel. Ich mag sie! Also Kinder und Eier :)




Ich finde ja, man könnte öfter Eier färben, oder?

Das ist wie mit Fondue und Raclette! Macht man viel zu selten, weil es erst einen speziellen Feiertag geben muss. Was für ein Unsinn! Ich bin dafür, dass man regelmäßiger Eier färbt, geschmolzenen Käse mampft, mit Sekt anstößt und kleine Freuden verschenkt, am liebsten selbstgebastelte mit viel Liebe!

So, lasst es euch gut gehen, habt Spaß und bleibt gesund :)






Samstag, 4. April 2020

Alltäglicher Wahnsinn

Ich verstehe im Moment ganz vieles nicht mehr.

Früher, vor Corona, war immer genug Toilettenpapier da, jetzt kaufen es Hamster leer, weil sie Angst haben, dass was? Nicht genug produziert wird? Es Ausfälle gibt?






Ebenso wird Seife gehamstert, Stücke und flüssige. Warum eigentlich?  Wieso wird dann nicht das andere Zeug gehamstert, womit man sich auch die Hände säubern kann, wie z.B. Duschgel, Spüli, Allzweckreiniger, Waschmittel, Abschminkgedönse usw.? Warum nur Seife?
Ach und wer kam denn auf die geniale Marketing Idee, festes Duschgel zu erfinden? Was wir früher ein Stück Seife nannten? Nur dass es mind 4x oder 6x oder noch mehr kostet?

Man kann ja auch andere Dinge, als Toilettenpapier benutzen, falls es einen Einbruch in der Produktion geben würde.

Oder nehmen wir mal Mehl und Hefe. Ausverkauft! Warum?

Man kann auch Brot ohne Hefe backen, man kann Hefe vermehren, man kann zb einen Hermann-Teig anrühren (ist ein Sauerteig) und der vermehrt sich von selber, ganz ohne Hefe und man nimmt ihn für Kuchen, als auch für Brot.

Übrigens, bei uns ist das Pulver für Pizzateig nicht ausverkauft und was ist da drin? Mehl UND!!!! Hefe!!! Leute, ernsthaft?

Man kann auch ohne Mehl backen, dank der Low-Carb Bewegung gibt es Unmengen an Rezepten, oder man kann mit Gries backen, was man ebenso für Nudeln, die ja auch ausverkauft sind, benutzen kann, also ein Universal-Zauber-Zeug, was nicht, oh Wunder, ausverkauft ist!

Daran merkt man doch genau, nur die wirklich hirnlosen Menschen hamstern und die mit Hirn, können genug Alternativen auftun, ohne dass ihnen etwas fehlt.

Sollte man sie vielleicht darauf aufmerksam machen? Dann wäre noch mehr ausverkauft? Oder sind ihre Buden bereits zu voll?


Thema Atemschutzmasken, oder wie man sie nun nennt Nasen-Mund-Masken usw.

Viele nähen welche, ja ja, ich las auch, sie schützen den anderen, nicht einen selber, weil von außen die Viren durch können, von innen die Tröpfen mit den Viren allerdings nicht. Habe ich nun offen gesagt, aus akuter Faulheit, nicht weiter recherchiert und mal angenommen, es sei richtig, jedenfalls überlegte ich auch, welche zu nähen und zu spenden und dann sah ich diese tolle Anleitung mit einem Stofftuch und zwei Gummis. Das mit der Nonne, aber mittlerweile wurde es x-fach geklaut und nachgestellt, egal, also das, welches zeigt, wie man aus einer Stoffserviette, großes Taschentuch, was auch immer, und zwei Gummis eine Maske baut und wenn man ein wenig Hirn einsetzt, kann man oben auch einen Draht mit einwickeln. Warum soll ich denn Stoffmasken nähen, wenn man es so leicht haben kann, sofort verfügbar, ohne große Kosten, ohne Arbeit, leicht waschen und neu bauen kann? Warum macht das nicht jeder, der so eine einfache Nase-Mund-Maske möchte?






Ich meine übrigens nicht, die die an der Front arbeiten müssen, sondern Mutter Beimer von nebenan, oder Ömmchen Gertrude von gegenüber.

Muss ich das alles verstehen?
Ach und nein, ich habe auch für mich keine genäht, sondern das Mc Donalds Geschenk von vor einem halben Jahr genommen.








Vergessen wir nicht die Arschlöcher, die immer bei den Herz-Aktionen, Klatsch-Aktionen usw meckern: "Davon bekommen die auch nicht mehr Gehalt!" klar, bekommen sie es nicht, aber Anerkennung! Bewunderung! Ein dickes Danke! Ich kann denen ja auch nicht mehr Geld geben, aber ich kann doch so zeigen, dass ich es toll finde! Die Leute klatschen nicht mehr, stellen keine Herzen mehr ins Fenster, weil sie angefeindet wurden, dass die armen, harten Arbeiter sich davon nichts kaufen können und dadurch bekommen die harten Arbeiter nicht einmal mehr Anerkennung und ein Danke, große Leistung! Zum Kotzen!

Überhaupt zeigt die heutige Zeit ganz deutlich, wie viele Idioten, Deppen, asoziale Ignoranten unter uns leben.

Die Parks sind voll, da achtet keiner auf Mindestabstand, ebenso im Supermarkt, man kann es selber versuchen und sich Mühe geben, garantiert kommt eine Flachpfeife ums Eck und ruiniert alle Anstrengungen. Wart ihr mal Fahrrad fahren? Herrlich, man wird sogar überholt und dann fährt ein eventuell Corona-Verbreiter vor einem und man bekommt alles in die Fresse! Wunderbar und Dankeschön, ebenso denen, die dann an der Ampel neben einem stehen, oder nicht aus dem Weg gehen usw., da gibts ja schon eine Menge von.

Auch kann ich nicht mehr die bescheuerte Frage hören: "Bin ich in der Risiko-Gruppe?"
Anfangs machte ich mich auch damit verrückt, weil ich chronisch krank bin und mein Immunsystem mit meinem Dickdarm zusammen entfernt wurde und ich dauernd am herum vegetieren bin, aber dann kam mir der Gedanke: "Wie viele da draußen sind vielleicht in der Risiko-Gruppe, ohne es zu wissen, weil bisher eben noch nichts war?" Wie viele sind unsichtbar krank, weil es noch nicht ausgebrochen ist, aber bereits im Körper ist? Nehmen wir mal Raucher, oder Dampfer. Die können ja sonst was für Lungenprobleme haben und es einfach nicht wissen! Oder andere mit einer Immunsystem-Schwäche, die sich eben oft k.o. fühlen, aber nichts bei denken und Ausreden dafür suchen, wie z.B. schlecht geschlafen, zu lange wach, was weiß ich.
So gesehen kann jeder, unwissend, in der Risiko-Gruppe sein und so sollte man auch jeden behandeln.

Wenn man betrachtet, dass die Leute in der Vergangenheit bereits nicht in der Lage waren, eine Rettungsgasse zu bilden, wobei wir die wenigen Ausnahmen alle schon im Internet fanden und die gefeiert wurden wie wahr gewordene Wunder, was auch nur beweist, wie selten sie sind, dann weiß man auch, dass es die Mehrheit eben nicht schaffen wird, Sicherheitsabstand zu halten und auf einfache Regeln zu hören.

Ich bleibe zuhause, ich versuche mich und erst recht alle anderen zu schützen und hoffe, dass Karma den anderen, den Hamsterkäufern, nicht Abstandhaltern usw. in den Arsch tritt.

In dem Sinne, bleibt gesund und sucht beim Einkaufen Alternativen, es gibt genug.





Samstag, 22. Februar 2020

Achtsamkeit, Meditation und Makel



Schon länger befasse ich mich mit dem Buddhismus, Yoga und Meditation.

Ich bin totaaaaal hibbelig, obwohl meine Schwester früher immer sagte, ich sei einer der ruhigsten Menschen die sie kenne und meine geliebte Leseratte sagte kürzlich bei einem Film auch: "Die ist so ruhig wie Du.",  dabei saß ich zu dem Zeitpunkt da und dachte selber: "Wow, ist die ruhig! So wäre ich auch gerne!"

Lustig, wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist :)

Die Bücher von Ajahn Brahm finde ich durchweg alle perfekt! Begonnen hatte ich mit "Die Kuh, die weinte", welches für Buddhismus-Interessierte, aber auch wirklich für alle anderen eine Bereicherung ist, denn die Geschichten darin sind so einfühlsam, heilend und beruhigend. Sie zeigen andere Sichtweisen, schönere und annehmbare, um sich besser zu fühlen.

Alleine das Bild von der Mauer, an der ein Mönch viele Stunden arbeitete, um dann festzustellen, dass ein Mauerstein nicht gerade sitzt, sondern ein wenig schief und er deshalb die gesamte Mauer einreißen möchte, ihm aber die Sichtweise gezeigt wird, nicht diesen einzelnen Stein betrachten zu sollen, sondern den Rest der Mauer, der Rest, der einfach perfekt ist und so viele Stunden in Anspruch genommen hat, als das dieser eine Stein keine Rolle spielen sollte.

Dieses Bild habe ich ganz oft im Alltag im Kopf.

Immer, wenn man sich mit etwas Mühe gab und eine Kleinigkeit nicht perfekt war, denke ich mir nun, es ist egal, denn der Rest zählt und diese Kleinigkeit, die es eben nicht perfekt erscheinen lässt, zeigt meine Menschlichkeit und zeigt dem Perfektionismus den Mittelfinger, denn sind wir mal ehrlich, muss alles perfekt sein?

Bei den anderen Strickerinnen kommt es oft vor, dass sie viele Runden später feststellen: "Oh nein, da ist ein kleiner Fehler!" Ihr Blick bleibt nur noch an dieser einen kleinen Masche hängen und das große Ganze schrumpft um diesen Fehler herum zusammen!

Dann stellen sie sich und anderen die Frage, ob sie alles bis zum Fehler (viele Stunden Arbeit) auftrennen sollen, oder was sie machen sollen?

Ich sage immer: "Lasst den Fehler drin, denn es ist Handarbeit und zeigt, dass es keine Maschine gemacht hat, sondern ein Mensch mit Hingabe und Liebe, mit Zeit und Mühe!" Es ist für mich eher ein Trophäe, der Beweis, dass man es selber gemacht hat und es nicht für billiges Geld gekauft wurde.

Auch in anderen Bereichen konnte ich seine Gedankenumwandlungen einfließen lassen und so kaufte ich noch andere Bücher von ihm und bin nach wie vor begeistert!

Kürzlich erwarb ich von ihm "Öffne die Türe zu Deinem Herzen, die kleine Schule der liebevollen Achtsamkeit." Vorab, ich habe es noch nicht fertig gelesen, da es Methoden beinhaltet, die Zeit brauchen, um sich im Hirn festzusetzen.

Unter anderem hat er ein, für mich, großes Problem der Meditation gelöst!




Ich bin ein totaler Hibbel! Ich bewege mich dauernd, kann schlecht ruhig sitzen und meine Gedanken rasen schlimmer, als jeder Autobahnfahrer ohne Geschwindigkeitsbegrenzung! Umso schwieriger finde ich also Ruhe!
Es gibt Zeiten, da bin ich wirklich ruhig, ruhe in mir selber. Das fühlt sich dann an, als läge meine Seele in einem super bequemen Lümmelsessel, schaut sich alles an, strahlt vor sich hin und interessiert sich wenig für das, was drum herum passiert und im entscheidenden Moment sagt sie was, aber was sie dann sagt, ist wichtig, ruhig, bedacht und ausgewogen.

Ja, diese Momente sind sehr rar geworden, denn man muss sich um den Zustand bemühen! Es ist viel einfacher durchs Leben zu rennen, als zu rasten, zu ruhen und zu entspannen, dabei ist es gar nicht schwer und kostet nicht sooo viel Zeit, lediglich die Mühe, dass es einem bewusst wird, ist anstrengend.

Er beschreibt in dem Buch also, wie man seinen Geist dazu zwingt zu meditieren und das kann nicht funktionieren!

Ich habe viele Bücher über Meditation, auch Hörbücher, Anleitungen, Kurse, alles!

Nichts brachte mir was, weil ich immer scheiterte!

Zähle Deine Atemzüge, sage Dir immer atme ein eins, atme aus usw. Ich kam bis 6 oder manchmal 7, da drifteten meine Gedanken schon dauernd ab zu allem anderen! "Ich muss noch...nein, ich meditiere, denk nicht dran!" einatmen 3, "aber vergiss ja nicht, neeein!!! Meditieren!" ausatmen 4 "ach Mist, zwei mal war ich bereits woanders, ich muss bei 1 beginnen!"

Ewig, ewig, ewig ging es so und ich kam mir auch so blöd vor, weil es nicht funktionierte!

Man hat dann keine Lust mehr darauf und beim Gedanken daran bereits das Scheitern im Kopf.
So kann es nicht funktionieren. Unmöglich!

Zufällig ist mir mal bewusst geworden, als ich einem Bus saß, nichts auf den Ohren hatte, nichts las, nicht strickte, einfach nur da saß und heraus schaute, wie gut das tut und dachte mir schon: "So sollte Meditation sein, einfach gut tun." und als ich dann das Buch las, wurde mir bewusst, da tat ich es!

Ajahn Brahm beschrieb nämlich, wie man seinen Geist versucht zu zwingen ruhig zu werden, in einer kleinen Anekdote, die total einleuchtete!

Großer Fehler, wenn da schon Zwang bei ist, kann man sich ja nicht entspannen. Wenn man versucht etwas zwanghaft zu denken, woher soll dann die Gelassenheit kommen?

Also das Gegenteil machen!

Total einfach, wenn man es sich nur mal vor Augen führt und man kann es überall machen, jederzeit!

Dieses blödsinnige: Suche Dir eine bequeme Sitzposition, stelle Dein Handy aus, nimm Dir xx Minuten Zeit, stell Dir vielleicht einen Wecker, dann achte auf Deine Atmung und zähle mit, schau wie weit Du kommst, oder sage Dir "ich atme ein / ich atme aus" in Gedanken vor.

Also auf Deutsch: Mach das und das, zwing Dich dazu, dann meditierst Du.


Als ich dann las, dass dieser Zwang quasi die Meditation verhindert, löste sich ein gordischer Knoten in meinem Kopf!

Sich irgendwann, wenn man es braucht oder einfach so, besinnen und einfach mal die Gedanken Gedanken sein lassen, einfach nicht nachdenken, sondern nur bemerken: "Oh, das denke ich... gut, aber ich muss nicht nachdenken darüber. Das ist ok, ich höre lieber auf die Ruhe in mir, ich muss das nicht beachten. Hmm da kommt der nächste Gedanke? Der kann auch weiter ziehen, damit befasse ich mich später, wenn es wichtig wird, aber jetzt gerade nicht. Noch einer? Ehrnsthaft? Na ok, wenn mein Kopf meint, ich müsse auch noch daran denken, dann wird er nun lernen, dass ich gerade Pause mache, also schwirr ruhig weiter, denn jetzt habe ich keine Zeit dafür, jetzt genieße ich lieber meine Ruhe." und so sitze ich dann da, grinse vor mich hin, bin stolz auf mich, weil die Gedanken da sind und ich so locker bin, als dass ich sie nicht zwanghaft abwehren muss und mich zwanghaft auf meinen Atem konzentrieren muss, sondern sie einfach vorbei ziehen lasse, wie Wolken , oder heiße Luft, oder Dampf, oder Vögel, oder Seifenblasen, ja Seifenblasen sind ein schönes Bild. Wie Seifenblasen betrachten, aber nicht fühlen, nur ansehen und nichts bei denken. SO meditiert man. Einfach akzeptieren, dass die Gedanken halt da sind. Egal. Egal ob sie da sind oder nicht, weil es keine Rolle spielt, weil man sich selber aussucht, womit man sich gerade im Kopf befassen möchte. Abwehren geht nicht, dann kommen sie stärker und lauter zurück, also fließen lassen, wie ein Fluss, den hält man ja auch nicht auf, sondern betrachtet ihn beim Fließen, staunt vielleicht über die Geschwindigkeit, oder was er so mit sich bringt und vorbei rauschen lässt, aber mehr eben nicht.

Und wenn man das so macht, entspannt und ruhig, merkt man, dass einem eigentlich nichts anhaben kann.

Was passiert, passiert eben. Die meisten Dinge kann man eh nicht beeinflussen, lediglich wie wir damit umgehen. Also schaue ich es an und denke mir zum Beispiel: "Ach je, nun könnte ich mich echt ärgern, aber warum? Bringt nichts, außer dass es meine Lebenszeit beeinflusst, meine Stimmung versaut und wenn die versaut ist, ist der Ärger zusätzlich nach wie vor da!" aber man kann es eben lernen, durch praktizieren, nicht durch üben, nein, praktizieren, dass man auch den Ärger an einem vorbei fließen lässt. Ich schaue es mir an, frage mich, ob ich Energie reinstecken möchte oder nicht und entscheide mich dann.

Gerne rege ich mich über Kleinigkeiten bei mir fremden Personen mal auf, die ich dann in meinem Kopf richtig schlecht dastehen lassen kann, weil ich sie quasi eh nicht kenne, es sie nicht spüren lassen kann, weil ich sie nicht kenne und nicht mit ihnen kommuniziere, sondern es nur in meinem Kopf ist und ebenso kann ich dann darauf schauen und mich über mich selber amüsieren, weil ich mich bei mir fremden Menschen aufregen kann. Das ist eine andere Form von Ärger, die mir nicht nahe geht und nüchtern betrachtet (wann ich es nüchtern betrachte bleibt auch mir überlassen) furchtbar wurscht ist!

Nehmen wir als derzeit populäres Beispiel der Wendler!

Jedem kann der Wendler furchtbar egal sein, außer seinen Angehörigen und Freunden, aber die Tatsache ist doch, halb Deutschland lästert über den Wendler ab und beschimpft ihn, belächelt ihn, verspottet ihn. Problematisch dabei finde ich zwar, dass es so öffentlich passiert, als dass er es leider mitbekommt und da tut er mir aufrichtig leid, denn das hat keiner verdient, aber wenn es lediglich im Kopf passiert, dann ist es doch egal. Man trifft den Wendler nicht, er kann keine Gedanken lesen, wie einer von Milliarden Menschen über ihn denkt, ist ihm sicherlich auch egal.
So habe ich hier und da eine Person im Kopf, die ich nicht wirklich kenne und mich furchtbar aufrege, so lange ich mag und bis es mir besser geht :)

Andere leben das auf Autobahnen aus, indem sie andere Fahrer beleidigen, die vielleicht einen Fehler machten, der ihnen selber bereits passiert ist, aber dennoch, der andere Fahrer ist ein gutes Opfer.

Oder wenn jemand etwas Müll auf der Straße fallen gelassen hat, kann man sich ja herrlich aufregen, oder es selber eben aufheben und wegschmeißen, wenn es einen stört.

Fahrradfahrer sind auch gerne benutzte Opfer bei Autofahrern und umgekehrt. Bei manchen ist es der Chef, bei anderen der Nachbar.

Jeder hat so seine Arschlöcher im Kopf, die er gerne beleidigt.

Problematisch ist, wenn es Personen sind, die man kennt, mit denen man umgeht! Die können es dann zu spüren bekommen!

Also lasse ich auf die Menschen um mich herum so viel Mitgefühl fallen wie ich nur kann, habe Verständnis und suche Gründe, warum jemand so handelte/reagierte, die sein Verhalten entschuldigen.

Groll und Ärger hat man dennoch in sich und wohin damit?

Dafür nehme ich lieber Leute die ich nicht wirklich kenne, mit denen ich keinerlei Umgang habe und mache es lediglich in meinem Kopf, bzw sage zb meiner geliebten Leseratte warum ich den und den gerade unmöglich finde.

Er versteht dann nicht, warum ich mich über eine mir fremde Person so aufrege, warum ich Energie darauf verschwende, dabei kompensiere ich anderen Ärger damit, an einer Stelle, die keiner mitbekommt, keiner zu spüren bekommt und dadurch ganz harmlos ist :)
Dadurch habe ich die Möglichkeit, den Groll an und aus zu schalten und die betreffende wirkliche Person mit Mitgefühl zu begegnen, denn sind wir mal ehrlich, die rüpelhaftesten Leute sind meist die, die Mitgefühl am Dringendsten gebrauchen können und nötig haben. Man ist nicht grob, wenn man mit sich selber und seiner Umwelt zufrieden ist, im Gegenteil, dann wäre man bemüht, dass es anderen gut geht. Also kompensiere ich, durch mir fremde "Opfer", in meinem Kopf und lasse höchstens eine mir sehr nahe stehende Person teilhaben, wenn überhaupt!

Ach ich bin ganz vom Thema abgekommen!

Meditation, Gedankenseifenblasen vorbei schweben lassen, nicht Gefühle dafür verwenden, einfach betrachten und nicht darauf eingehen, nicht weg schupsen, nur einfach nicht beachten, lediglich registrieren: "Aha, da kommt ein Gedanke, könnte mich ja interessieren, muss es jetzt aber nicht, denn jetzt tanke ich lieber Ruhe" und nicht "Scheiße, nun war ich schon bei 5 Atemzüge und dann kommt mir die Einkaufsliste in die Quere!!!"

Wenn man nicht darauf achten muss, was man vermeiden soll, kommt die Entspannung von alleine. Die gezählten Atemzüge funktionieren leider nicht, ebenso wenig wie der rosa Elefant. Wenn man jemandem sagt, er solle an einen rosanen Elefanten denken, tut man es natürlich, aber wie lange? Quasi wenn man noch daran denkt, schreien andere Gedanken auf einen ein und man "unterhält" sich im Kopf damit.

Muss man nicht, kann man betrachten und weiter schweben lassen. Nicht alles erfordert unsere Beachtung, nicht jederzeit jedenfalls.

Einfach mal den Gedanken nicht zuhören. Einfach mal nur registrieren, sich ja ja denken, weiter machen :)

Das funktioniert, jedenfalls bei mir.

Bei anderen Menschen sagen wir ja auch oft genug "Ja ja..." und denkt sich dabei "red weiter, ich höre Dir eh nicht zu..." und genau das kann man eben auch mit seinen Gedanken machen. "Ja ja, ich höre Dir nicht zu, ich genieße meine Ruhe, egal wie sehr Du mich mit Gedanken bombardierst und egal wie laut sie schreien..."


Schöne, regenbogenfarbene Seifenblasen :)